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Rürup-Rente

Steuern, Vertrag, Zusatzversorgung und mehr

(bo/ddp.djn). Die Rürup-Rente ist nichts anderes als eine private Rentenversicherung mit besonderen Spielregeln. Sie ist als Ergänzung zur staatlichen Rente gedacht ist und soll dabei helfen, die größer werdende Lücke in der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen. Die Basis-Rente kann bei Versicherungen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen abgeschlossen werden. Zudem ist es möglich, dass Banken, Investmenthäuser, Finanzdienstleister und betriebliche Pensionskassen entsprechende Verträge auch auf Fonds-Basis anbieten.

Damit diese Verträge als förderfähig gelten, müssen sie jedoch einige Voraussetzungen erfüllen. So darf der Vertrag nicht vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen worden sein. Er muss eine lebenslange Rentenzahlungen vorsehen, was bedeutet, dass am Ende der Laufzeit darf anders als bei normalen Rentenversicherungen keine Kapitalabfindung möglich sein darf.

Die Rürup-Rente darf darüber hinaus nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnen. Einzige Ausnahme: Wird der Vertrag um einen Berufsunfähigkeitsschutz ergänzt, kann eine entsprechende Rente natürlich vorher bezogen werden. Die Rentenansprüche dürfen weiterhin nicht vererblich sein. Es sei denn, der Vertrag sieht einen Hinterbliebenenschutz vor. Auch dürfen die Rentenansprüche nicht übertragen und nicht beliehen werden, beispielsweise für den Kauf einer Immobilie. Außerdem ist es nicht gestattet, die Ansprüche zu veräußern. Die Verträge können damit weder verkauft noch gekündigt werden.

Großzügiger ist die Regelung, wenn es um Erweiterungen des Vertrags geht. Die Basis-Rentenversicherung kann durch eine Zusatzversicherung ergänzt werden, und zwar sowohl als Schutz gegen Erwerbs- und Berufsunfähigkeit als auch, um die Familie im Falle eines Todes zu versorgen. Dies gilt aber nur für den Ehegatten und Kinder, für die ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Unversorgt mit der Rürup-Rente bleiben dagegen der nichteheliche Lebensgefährte, der eingetragene Lebenspartner sowie der frühere Ehegatte. Ganz wichtig ist zudem, dass die Zusatzabsicherungen nicht mehr als 50 Prozent der Beiträge ausmachen dürfen.

Die Beiträge zu einem Rürup-Vertrag sind als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar, ebenso wie die Beiträge zur gesetzlichen Rente. Allerdings können die Beiträge nur bis zu einem Höchstbetrag von 20 000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Verheiratete können den doppelten Höchstbetrag in Anspruch nehmen. Der große Haken: Diese Regelung gilt erst ab dem Jahr 2025!

Bis dahin sind die Beiträge nur prozentual absetzbar. 2009 sind nur 68 Prozent der Beiträge absetzbar. Damit können im besten Fall 13600 Euro (68 Prozent von 20 000 Euro) abgesetzt werden - Verheiratete verdoppeln diese Summen ebenfalls. Bis 2025 steigt der Prozentsatz jährlich um zwei Prozentpunkte und der Höchstbetrag jährlich um 400 Euro für Alleinstehende und 800 Euro für Ehepartner:

Die Steuervorteile haben natürlich eine Kehrseite, denn die später einmal ausgezahlte Rürup-Rente wird mit dem sogenannten Besteuerungsanteil in gleicher Weise besteuert wie die gesetzliche Rente. Dies ist ein bestimmter Prozentsatz, der für das Jahr des Rentenbeginns gesetzlich festgelegt ist. 2005 lag dieser Besteuerungsanteil bei 50 Prozent, jeder neue Rentnerjahrgang bekommt einen «Aufschlag» von jeweils zwei Prozentpunkten in den Jahren 2006 bis 2020 und von jeweils ein Prozentpunkt in den Jahren 2021 bis 2040. Wer also 2020 in Pension geht, dessen Rente hat einen Besteuerungsanteil von 80 Prozent. Wer sich 20 Jahre später zur Ruhe setzt, muss die Rente dann schon in voller Höhe versteuern.

(Redaktion)


 


 

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