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Stichwahl gewonnen

Erstmals ein grüner Bürgermeister in einer hessischen Großstadt

(dapd). Es ist ein historischer Abend für Darmstadt: Zum ersten Mal bekommt die hessische Großstadt einen Bürgermeister der Grünen. Der städtische Sozialdezernent Jochen Partsch setzte sich in der Stichwahl am Sonntag deutlich gegen den bisherigen Amtsinhaber Walter Hoffmann durch. Dessen Partei, die SPD, hatte seit Kriegsende bisher immer den Darmstädter Oberbürgermeister gestellt.

Kein Wunder, dass Hoffmann von einer bitteren Niederlage sprach. Sicher auch wegen der deutlichen Zahlen: Gerade einmal 30,9 Prozent erreichte der bisherige Amtsinhaber. Partsch bekam 60,1 Prozent und sprach von einem phänomenalen Ergebnis.

Partsch war als Favorit in die Stichwahl gegangen

Tatsächlich war die Abstimmung in der Deutlichkeit für viele überraschend, auch wenn der Grünen-Politiker als Favorit in die Stichwahl gegangen war. Schließlich hatte er schon bei der Direktwahl vor zwei Wochen mit 37,4 Prozent deutlich vorne gelegen, aber die absolute Mehrheit verfehlt.

Entsprechend herrschte schon mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr geradezu Volksfeststimmung vor dem Justus-Liebig-Haus in Darmstadt, wo ein Wahlabend stattfand. Eine Kapelle aus seiner oberfränkischen Heimat hieß Partsch willkommen. Dieser konnte sich gleich mit den ersten Hochrechnungen auf der sicheren Seite fühlen.

Darmstädter Gründe für den Erfolg angeführt

Auf das derzeitige allgemeine Hoch der Grünen will Partsch den Erfolg allerdings nicht zurückführen - auf jeden Fall nicht allein. Es gebe natürlich einen allgemeinen Trend, aber "das Darmstädter Ergebnis geht weit über den Trend hinaus", sagte er. Die Menschen trauten ihm zu, die ökonomische Stärke mit der Überwindung der sozialen Benachteiligungen in der Stadt zu verbinden. Partsch sprach von Darmstädter Gründen für den Erfolg. Sie lägen in der guten Arbeit der Grünen und seiner Person als Sozialdezernent.

Auch Hoffmann nannte Darmstädter Spezifika als Gründe für das Ergebnis. Zugleich verwies er aber auf den allgemeinen Trend. Auch sei es nicht gelungen, die konservativen Wähler rüber zu holen. Der Wähler habe entschieden, fasste er zusammen. "Es nützt nichts, jetzt rumzujammern."

Gespräche mit CDU und SPD angekündigt

Ganz anders natürlich die Gefühlslage bei Partsch. "Es geht mir blendend", sagte er und richtete schon einmal den Blick nach vorne. Für Dienstag kündigte er Gespräche mit der SPD, für Mittwoch mit der CDU an. Die Entscheidung über Koalitionsverhandlungen treffe eine Mitgliederversammlung am Donnerstag. Die Grünen hatten bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen auch in Darmstadt deutlich zugelegt, wurden die stärkste Kraft in der neuen Stadtverordnetenversammlung.

Auch das ist historisch, ebenso wie der Sieg Partschs. Er ist erst der zweite Oberbürgermeister der Grünen in Hessen und der erste in einer hessischen Großstadt. Partschs Parteifreund Michael Korwisi ist seit 2009 Stadtoberhaupt - im allerdings deutlich kleineren Bad Homburg.

Caroline Schulke

(dapd )


 


 

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