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Stillstand auf dem Börsenparkett

(bo/ots) - PwC-IPO-Watch: Emissionserlös bricht 2008 weltweit ein / Schlussquartal bringt Europas Börsen beim Emissionsvolumen Rückgang von 96 Prozent / Experten erwarten Belebung erst zum Jahresende 2009

Die Aktienmärkte haben 2008 im Zuge der Finanzmarktkrise weltweit massive Einbrüche im Erstemissionsgeschäft erlitten. An den europäischen Börsen brachten 338 Emissionen (Initial Public Offerings - IPOs) einen Erlös von nur noch 14,241 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2007 entspricht dies einem Rückgang um 58 Prozent bei der Zahl der IPOs und sogar einem Minus von 82 Prozent beim Emissionsvolumen, wie aus der vierteljährlich erscheinenden Analyse "IPO Watch Europe" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor geht. In den USA brachten 57 Börsengänge ein Emissionsvolumen von immerhin 19,409 Milliarden Euro. Allerdings entfielen allein auf den IPO des Kreditkartenanbieters Visa im ersten Quartal über 11,5 Milliarden Euro.

Im vierten Quartal kam das Emissionsgeschehen auch an der Wall Street nahezu vollständig zum Erliegen. Von Oktober bis Dezember gab es an den New Yorker Börsen lediglich drei Erstemissionen im Volumen von zusammen 189 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2007 hatten 44 IPOs im Gesamtwert von 3,102 Milliarden Euro zu Buche gestanden. An den europäischen Börsen gab es im Schlussquartal 2008 noch 64 Erstemissionen im Vergleich zu 233 IPOs im vierten Quartal 2007. Das Emissionsvolumen brach von 29,112 Milliarden auf 1,238 Milliarden Euro ein. Niedriger waren die IPO-Erlöse in einem Quartal zuletzt im Frühjahr 2003.

"Das außerordentlich schwache Schlussquartal an den Börsen spiegelt die anhaltend schlechte Verfassung der Finanzmärkte allgemein sowie die Sorgen über die globale Wirtschaftsentwicklung wider. Wir rechnen frühestens zum Jahresende 2009 mit einer Erholung an den Aktienmärkten. Eine wesentliche Voraussetzung ist, dass bis dahin ein Ende der Rezession in Sicht kommt", kommentiert Volker Fitzner, Partner bei PwC im Bereich Advisory.

Die asiatischen Börsen blieben 2008 ebenfalls nicht von den Turbulenzen am Finanzmarkt verschont. In Hongkong beispielsweise fiel das Emissionsvolumen gegenüber 2007 von 27,758 Milliarden auf 5,76 Milliarden Euro, die Märkte auf dem chinesischen Festland (Schanghai und Schenzen) verbuchten einen Rückgang von 48,158 Milliarden im Jahr 2007 auf 10,115 Milliarden Euro.

Größte Emission in London

Mit einem Emissionsvolumen von 666 Millionen Euro blieb London im vierten Quartal der führende europäische Börsenplatz - im Vorjahreszeitraum verzeichneten die Märkte der Themsemetropole allerdings noch einen Emissionserlös von 9,349 Milliarden Euro. Auch die europaweit größte Emission des Quartals, den Börsengang der Investmentgesellschaft Resolution Limited im Volumen von 660 Millionen Euro, konnte London für sich verbuchen. Die Zahl der IPOs sank im Jahresvergleich von 80 auf 12 im Schlussquartal 2008.

Das zweithöchste Emissionsvolumen in Europa verzeichnete die Warschauer Börse. Dank der Erlöse aus dem Börsengang des Energieversorgers Enea von 546 Millionen Euro stieg das Emissionsvolumen gegenüber dem vierten Quartal 2007 sogar von 462 Millionen auf 555 Millionen Euro an.

Neben London und Warschau gab es nur noch an der Gemeinschaftsbörse NYSE Euronext sowie in Oslo Börsengänge mit Emissionserlösen. Die NYSE Euronext kam mit 13 IPOs auf einen Gesamterlös von sechs Millionen Euro (Viertes Quartal 2007: 3,489 Milliarden Euro), die Osloer Börsen verbuchten aus zwei Emissionen einen Erlös von elf Millionen Euro (Viertes Quartal 2007: 607 Millionen Euro). An der Deutschen Börse gab es im Schlussquartal 2008 nur ein Listing, das jedoch keine Emissionserlöse erbrachte. Im vierten Quartal 2007 kam der Frankfurter Aktienmarkt noch auf 15 IPOs mit einem Gesamtvolumen von 1,395 Milliarden Euro.

Unternehmen aus Übersee hielten sich im vierten Quartal weitgehend von den europäischen Börsen fern. Das Emissionsvolumen fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal drastisch von 7,514 Milliarden Euro auf nur noch drei Millionen Euro.

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers

(Redaktion)


 


 

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