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Deutsche Wirtschaft im Januar

Stimmung in der Wirtschaft überraschend verbessert

(bo/ddp.djn). Die staatlichen Konjunkturprogramme und die deutlich gesunkene Inflation haben die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Januar überraschend steigen lassen. Der wichtigste Indikator - der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts - stieg zum ersten mal seit sieben Monaten, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Dessen Präsident Hans-Werner Sinn warnte allerdings vor vorschneller Euphorie: «Eine konjunkturelle Wende kann man hieraus nicht ablesen.»

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, für den monatlich rund 7000 Unternehmen befragt werden, stieg den Angaben zufolge von 82,6 Punkten im Dezember auf 83,0 Punkte. Experten hatten hingegen einen Rückgang auf 81,3 Punkte erwartet. Zuletzt war der Index im Mai 2008 gestiegen. Ifo-Präsident Sinn verwies allerdings darauf, dass sich der Indikator nach einer kräftigen Abwärtsbewegung im vergangenen Jahr auf einem sehr niedrigen Niveau befinde.

Die beiden Teilwerte des Geschäftsklimas hätten sich im Januar unterschiedlich entwickelt: Während die Unternehmen die derzeitige Geschäftslage erneut schlechter bewertet hätten als im Vormonat, hätten sie dem Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten nicht mehr gar so skeptisch entgegengesehen. Damit profitierte das Geschäftsklima vor allem von einem unerwartet deutlichen Anstieg der Geschäftserwartungen, die besonders im Einzelhandel anzogen.

Volkswirte äußerten sich positiv überrascht vom Anstieg des wichtigsten deutschen Frühindikators, warnten jedoch vor übertriebenen Hoffnungen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung. «Das Ifo-Geschäftsklima hat heute keinen Aufschwung signalisiert», urteilte etwa Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer. Seiner Einschätzung nach wird die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal kräftig schrumpfen und die Europäische Zentralbank ihren Leitzins bis Frühjahr von derzeit 2,00 auf 1,00 Prozent senken.

UniCredit-Volkswirt Alexander Koch bewertet den Anstieg des Indexes als ersten Erfolg des rapiden Inflationsrückgangs und der staatlichen Konjunkturprogramme. Zwar sei nun nicht mit einem schnellen Anziehen der Wirtschaft zu rechnen, doch sei der Ifo-Bericht dahingehend ein Hoffnungszeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte stabilisieren werde, sagte er.

Auch ING-Volkswirt Carsten Brzeski führt den Anstieg des Ifo-Index auf die «starke fiskalische Antwort» Deutschlands auf die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg zurück. Es gebe nun Licht am Ende des Tunnels. Allerdings wollten die meisten Volkswirte nicht ausschließen, dass es in den kommenden Monaten zu weiteren Rückgängen beim wichtigsten deutschen Stimmungsbarometer kommt.

(Redaktion)


 


 

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