Verkehr
700 Baustellen für Hessens Straßen
Rhein-Main. Posch kündigt Ausbau und Sanierung für 700 Millionen Euro an
Auf die Autofahrer in Hessen kommen in diesem Jahr eine ganze Reihe von Baustellen zu. Dafür sollen sie aber mit besseren Straßen entschädigt werden: 2012 sollen allein 700 Baumaßnahmen zu, Ausbau und Sanierung begonnen werden, wie Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) am Donnerstag in Wiesbaden ankündigte. Etwa 150 weitere Projekt seien bereits 2011 begonnen worden und sollten nun abgeschlossen werden. Die Kosten belaufen sich in diesem Jahr auf rund 700 Millionen Euro
Davon kämen 545 Millionen Euro vom Bund, 115 Millionen Euro steuert das Land bei. Dazu seien bis zu 40 Millionen Euro für Kreisstraßen eingeplant, sagte Posch. Mit den rund 700 Millionen Euro werde in diesem Jahr so viel Geld wie noch nie in die hessischen Straßen investiert, betonte Posch. Der Bund habe endlich anerkannt, dass Hessen als Transitland erhebliche Belastungen auf seinen Straßen habe. Die nun bewilligten Gelder erlaubten an vielen Stellen eine nachhaltige Sanierung.
Schwerpunkte der Bautätigkeit sollen in den Landkreisen Fulda, Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Lahn-Dill mit der Sanierung der A 45, dem Neubau der A 44 und dem Lückenschluss der A 66 liegen. Zudem soll mit 1,4 Millionen Euro der Neubau der Schiersteiner Brücke begonnen werden.
Posch dringt auf weitere Maßnahmen
Richtig zufrieden sei er damit dennoch nicht, betonte Posch: Allein für vier dringende Neubauprojekte von Ortsumgehungen bräuchte es weitere rund 70 Millionen Euro, auch seien viele Brücken deutlich sanierungsbedürftig. "Wir sind in Korrespondenz mit dem Bundesverkehrsminister, um die Finanzierung der Maßnahmen sicher zu stellen", betonte Posch.
Der Minister warb zudem schon einmal vorsorglich bei den Autofahrern für Verständnis: Das Bauprogramm werde zu Behinderungen und teilweise auch "zu unvermeidlichen Sperrungen führen", räumte Posch ein. Man werde aber versuchen, Fahrspuren so gut es gehe zu erhalten und die Autofahrer "intensiv und rechtzeitig" informieren. Hessen sei bundesweit führend im Baustellenmanagement, unterstrich Posch. Die Reparaturen dienten letztlich auch der Verkehrssicherheit. "Das ist wie beim Zahnarzt: niemand liebt die Behandlung, aber nachher fühlt man sich besser", fügte der Minister hinzu.
Der Verkehrsexperte der FDP-Landtagsfraktion, Stefan Müller, lobte seinen Minister: Dank der Rekordinvestitionen würden die "lebenswichtigen Adern" des Wirtschaftssystems Hessen flüssig und sicher gehalten.
(Gisela Kirschstein / dapd)
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