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Cockpit droht mit Ausweitung der Streiks

(bo/ddp-hes). Um Mitternacht sind die Lufthansa-Piloten wie angekündigt in einen viertägigen Ausstand getreten. Die derzeitige Lage sei «das Dramatischste, was wir im Luftverkehr erlebt haben», sagte Lufthansa-Sprecher, Klaus Walther, am Montag im Deutschlandfunk.

Die Airline hoffe, zusammen mit den Regionalpartnern «die Hälfte des normalen Planes anbieten« zu können. Insgesamt würden rund 1000 der normalerweise weltweit 1800 Flüge über einen Notfallplan angeboten. Von den reinen Lufthansa-Flügen fielen jedoch rund zwei Drittel aus. Auch vom Notfall-Flugplan hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge erste Flüge streichen müssen. Unterdessen kündigte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) weitere Streiks an.

Für den Notfallflugplan hat Deutschlands größte Airline Walther zufolge auf den Interkontinentalmärkten verstärkt auf die Allianzpartner zurückgegriffen. Auch auf anderen Strecken seien diese um Unterstützung gebeten worden. Im innerdeutschen Verkehr decke die Bahn mit zusätzlichen Zügen zahlreiche Verbindungen ab.

Eine Konzernsprecherin verwies darauf, dass sich das Angebot regional unterscheide. Beispielsweise könnten in Nürnberg über Regionalgesellschaften vergleichsweise mehr Flüge angeboten werden als an den Drehkreuzen Frankfurt, München oder Berlin. Für die Flughäfen der Hauptstadt sei geplant, rund 25 der normalerweise 70 Lufthansa-Flüge anzubieten, sagte sie. Über die genauen Streikfolgen will die Airline am Abend informieren.

 Zugleich kritisierte Walther die Pilotengewerkschaft scharf. Die Airline habe mehrfach ihre Dialogbereitschaft unterstrichen und sei noch immer zu Gesprächen bereit. Das Unternehmen habe keine Probleme, die Arbeitsplätze der Lufthansa-Piloten zu sichern, sagte er.

Das Vorhaben der Gewerkschaft, tarifvertraglich mitentscheiden zu wollen, «wo die Lufthansa Flugzeuge mit Lufthansa-Piloten einsetzt», sei «nicht verhandelbar». Solange diese Forderungen aber auf dem Tisch lägen, «können wir nicht zu Verhandlungen kommen», sagte Walther.

Zugleich wies er Vorwürfe der Gewerkschaft, dass die Lufthansa Arbeitsplätze verlagert habe, als «infame Unterstellung wider besseres Wissen» zurück. In den vergangenen Jahren seien 20 Prozent neue Jobs geschaffen und kein Job ausgelagert worden. Dies sei auch nicht geplant. Vor diesem Hintergrund habe Cockpit sämtliche Auswirkungen des Streiks auf die Kunden, die Zukunft der Lufthansa und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu tragen.

 Unterdessen hat Cockpit-Vorstandsmitglied Alexander Gerhard-Madjidi weitere Streikmaßnahmen angekündigt. «Die vier Tage reichen offensichtlich noch nicht aus, um die Lufthansa in Bewegung zu versetzen, sich mit uns am Verhandlungstisch zu einigen», sagte er am Montag dem Radiosender Bayern 2. Im ZDF-«Morgenmagazin» sagte Gerhard-Madjidi weiter, die Lufthansa-Piloten hätten in der Krise durch ihre flexiblen Verträge bereits einen Beitrag geleistet. Es gebe im Konzern keinen anderen Bereich, in dem auf mehr Geld verzichtet wurde.

(Jürgen Wutschke, Torsten Landsberg)


 


 

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