Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Aktuell
Weitere Artikel
Tarifkonflikt

Am Frankfurter Flughafen drohen Flugausfälle wegen Streiks

(bo/dapd). Den Reisenden an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main drohen erneut Streiks. Rund 200 Mitarbeiter der Verkehrszentrale, Vorfeldkontrolle und -aufsicht könnten ihre Arbeit niederlegen, wie Matthias Maas, Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung, am Donnerstag auf Anfrage sagte. "Dann dreht sich in Frankfurt kein Rädchen mehr."

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport eine letzte Frist zur Abwendung eines Streiks gesetzt. Die Führung der Gewerkschaft berät am Dienstag und Mittwoch (14./15. Februar) über Arbeitsniederlegungen von rund 200 Mitarbeitern der Verkehrszentrale, Vorfeldkontrolle und -aufsicht des Frankfurter Flughafens. Bis Mittwoch um 12.00 Uhr habe Fraport noch Zeit, in dem Tarifkonflikt einzulenken, sagte GdF-Sprecher Matthias Maas am Freitag der Nachrichtenagentur dapd.

So könnte der Flughafenbetreiber bis zu diesem Zeitpunkt doch noch den Schlichterspruch in dem Tarifkonflikt annehmen. Andernfalls werde die Gewerkschaft am Mittwoch um 13.00 Uhr ihre Entscheidung über Streiks bekanntgeben, kündigte Maas an.

Auf einer Sondersitzung der Tarifkommission wurde am Mittwoch beschlossen, beim Bundesvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) Arbeitskampfmaßnahmen zu beantragen. Demnach will die GdF spätestens am 15. Februar über mögliche Arbeitsniederlegungen entscheiden. Der Flughafenbetreiber Fraport bezeichnete die Streikandrohung als unverhältnismäßig.

In den Tarifverhandlungen mit dem Flughafenbetreiber Fraport sei es zu keiner Einigung gekommen, teilte die GdF weiter mit. Fraport habe daraufhin die Schlichtung unter Leitung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust angerufen. Dies habe ebenfalls zu keiner Einigung geführt. Die GdF habe den Schlichterspruch angenommen, Fraport aber "überraschend" abgelehnt, erklärte die Gewerkschaft. Fraport entgegnete, die GdF habe bisher keinerlei nennenswertes Entgegenkommen gezeigt.

Uneinigkeit bei Laufzeit des Tarifvertrages

In dem Tarifkonflikt geht es um einen komplett neuen Tarifvertrag für das Vorfeldpersonal. Die gleiche Arbeitsgruppe sei in München und Berlin bereits ins Tarifgefüge aufgenommen worden, sagte Maas. Die Mitarbeiter in Frankfurt wollten die gleichen Regelungen für Arbeitszeit und Vergütung wie ihre Kollegen an den anderen Flughäfen. Die Forderung der GdF sehe vor, die Gehälter innerhalb von vier Jahren gestaffelt anzugleichen. "Wir haben nicht gesagt, dass wir auf einen Schlag hochgehen wollen", sagte Maas. Er halte den Vorschlag für fair.

Fraport entgegnete, bereits auf die Forderungen der GdF für die Beschäftigten der Vorfeldkontrolle eingegangen zu sein. Die Forderungen für Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten extrem hoch und stünden in keiner Relation mehr dazu, teilte Fraport mit. Die GdF beharre im Wesentlichen auf ihren hohen zweistelligen Forderungen, "die insgesamt Anpassungen bei Gehalt , Arbeitszeit und Sonderleistungen zwischen 50 und bis zu 70 Prozent beinhalten", hieß es in der Mitteilung von Fraport weiter. Auf Basis des vorliegenden Angebots sei der Flughafenbetreiber dennoch bereit, eine Vereinbarung zu schließen und hoffe, noch zu einer Einigung zu kommen.

Knackpunkt in den Verhandlungen war auch die Laufzeit des Tarifvertrages. Im Schlichterspruch seien vier Jahre vorgeschlagen worden, sagte Gewerkschaftssprecher Maas. "Fraport hätte aber gerne sechs Jahre gehabt, was eine untypisch lange Zeit ist."

(dapd )


 


 

Flughafen
Fraport
GdF
Gewerkschaft
Flughafenbetreiber Fraport
Mittwoch
Streiks
Forderung
Tarifverhandlungen
Einigung
Maas
Tarifkonflikt
Schlichterspruch
Frankfurt
Vorfeldkontrolle
Verkehrszentrale

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Flughafen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

1 Kommentar

von 121.75
14.02.12 18:57 Uhr
Foto

FYI: Das beigefügte Bild hat keinen Bezug zum Artikel. Darauf abgebildet sind vermutlich Angestellte der DFS.

 

Entdecken Sie business-on.de: