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Baden-Württembergs Mittelstand punktet im Bundesvergleich mit Investitionsfreude

Laut aktueller Regionalauswertung des KfW-Mittelstandsatlas nehmen baden-württembergische mittelständische Unternehmen in Deutschland eine gehobene Stellung ein. Sie zeigen eine im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt deutlich höhere Innovations- und Investitionsfreude.

Hohes Investitionsvolumen in den vergangenen Jahren

Der Studie zufolge lag das Investitionsvolumen baden-württembergischer Unternehmen im Beobachtungszeitraum (2012 – 2016) bei rund 8.800 Euro je Beschäftigtem. Das sind rund 10 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Hervorgehoben wurde weiterhin der hohe Internationalisierungsgrad der mittelständischen Unternehmen der Region. Rund ein Viertel von ihnen ist im Ausland aktiv. Das ist der höchste Wert unter den Flächenbundesländern.

Die Studie konstatiert den baden-württembergischen Mittelständlern eine große Ähnlichkeit zu den Gründern im Land. So seien sie deutlich innovationsfreudiger, arbeiten vor allem in forschungs- und technologienahen Bereichen und arbeiten von Beginn an an einem langfristigen Wachstum.

Hoher Akademikeranteil und starke Technologieorientierung

Mit 46 Prozent ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil der heimischen KMU dem Bereich der wissensfokussierten Dienstleistungen zuzuordnen. Unter diesem Begriff fasst man Unternehmen zusammen, deren Belegschaft einen hohen Anteil an Akademikern aufweist und die stark technologieorientiert sein. Auch viele baden-württembergische Existenzgründer weisen diese Tendenz auf. So wird in dem Bereich in Baden-Württemberg deutlich stärker gegründet als in anderen deutschen Bundesländern. Weiterhin gibt es in Baden-Württemberg deutlich mehr Gründungen durch Migranten und mehr migrantengeführte Unternehmen. Mit elf Prozent liegt der Südwesten vergleichsweise deutlich über dem Bundesdurchschnitt von sechs Prozent.

Der Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Dr. Axel Nawrath, hob weiter hervor, dass viele baden-württembergische Gründer als Motivation keinen schnellen Exit angeben. Vielmehr haben Sie das übergeordnete Ziel, eigenbestimmt Mittelständler zu werden.

Nachfolgeproblematik in Baden-Württemberg

In der Studie zeigten sich jedoch auch Schattenseiten. So hat Baden-Württemberg im bundesdeutschen Vergleich die dienstältesten Mittelständler. Das ist auf der einen Seite zwar vorteilhaft, weil es die Wettbewerbsfähigkeit und die Traditionsstärke hervorhebt, auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass ein Viertel der Unternehmensinhaber über 60 Jahre alt ist. Die Nachfolgeproblematik ist entsprechend etwas dringlicher als in anderen Bundesländern.

Die Unterstützung des Generationswechsels ist deshalb ein sehr wichtiger Teil der Gründungsförderung. Rund 40 Prozent des jährlich eingesetzten Kreditvolumens entfallen auf die Finanzierung von Nachfolgen. Deshalb war das letztjährige Volumen für die Existenzgründungsförderung im vergangenen Jahr auch so hoch wie noch nie.

Mittelstand hat große Bedeutung für den Arbeitsmarkt

In der Studie wurde auch die Bedeutung des Mittelstandes für den Arbeitsmarkt hervorgehoben. Nahezu zwei Drittel der Beschäftigten entfallen in Baden-Württemberg auf mittelständische Unternehmen. Auf Bundesebene beläuft sich dieser Anteil sogar auf ganze 70 Prozent. Zudem zeigen sich die Mittelständler im Süden auf einem deutlichen Wachstumskurs. Im Durchschnitt konnte die Zahl der Beschäftigten pro Jahr um ganze 2,5 % gesteigert werden.

(Redaktion)


 


 

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