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Historische Bauten öffnen Türen

"Tag des offenen Denkmals" in Hanau mit vier Angeboten

"Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung" ist in diesem Jahr das offizielle Motto des bundesweit stattfindenden 16. Tag des offenen Denkmals. Wenn am Sonntag dieser Woche, 14. September, wieder historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen für Besucher öffnen, sind Kultur- und Geschichtsinteressierte erneut zu spannenden Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen.

Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

In Hanau richtet sich das Augenmerk der Denkmalschützer auf vier Projekte. Neben dem Staatspark Wilhelmsbad und dem Römischen Kastellbad in Kesselstadt wird an diesem Tag auch die Historie der Gustav-Adolf-Kirche in Großauheim sowie des Marstall-Kellers und des Schlosshofes in Steinheim erläutert.

Eine Führung mit Dr. Thomas Ludwig von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen durch den Staatspark Wilhelmsbad über die Parkpromenade und durch die Kur- und Badeanlage beginnt um 11 Uhr am Brunnentempel. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bei diesem Rundgang unter anderem selbst ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten im Hessischen Puppenmuseum im Arkadenbau machen.

Der Arkadenbau von Wilhelmsbad stellt ein einzigartiges Baudenkmal dar. Wichtige Elemente waren der Wandelgang im ersten Stockwerk des Gebäudes und die Verbindung der einzelnen Räume untereinander.
Dieses Raumkonzept, das für die Nutzung durch die Kurgäste konzipiert war, ging Anfang des 20. Jahrhunderts verloren, als man Wohnungen im ehemaligen Kurhaus einrichtete. Nun ist das ursprüngliche Raumerlebnis das erste Mal seit rund 100 Jahren wieder erlebbar.

Unter den mehr als 250 archäologischen Fundstellen im Stadtgebiet von Hanau, die bei der Unteren Denkmalschutzbehörde registriert sind, zählt das Römische Kastellbad im Salisweg zu einer der ältesten. Nach den letzten archäologischen Untersuchungen in den 1980er Jahren wurden die Grundmauern der römischen Badeanlage aus dem ausgehenden 1. Jahrhundert nach Christus restauriert.

Wohin sich auch immer das römische Weltreich ausdehnte, eine zivilisatorische Errungenschaft der alten Latiner folgte den Eroberungen stets auf dem Fuß: die Therme. In einer Führung am Tag des offenen Denkmals werden die römische Badekultur im Allgemeinen sowie die Geschichte der Kesselstädter Therme im Speziellen von dem Stadtführer Kurt Ortner vor Ort erläutert. Der Rundgang beginnt um 14 Uhr.

Die Gustav-Adolf-Kirche in Großauheim will mit ihrem Namen an die Menschen und Organisatoren erinnern, deren Einsatz ihren Bau erst ermöglichte. Die Bausumme von damals rund 125.000 Mark wurde in erster Linie finanziert durch den Gustav-Adolf-Verein, den Kirchbauverein und Zuwendungen, unter anderem "ein Gnadengeschenk Sr. Maj. des Kaisers in Höhe von 10 000 Mark, ein Geschenk des Herrn Hauptmann v. Arnim auf Tangerhütte, des Besitzers der Großauheimer Marienhütte in Höhe von 1 000 Mark, einen Beitrag von 2 000 Mark, der politischen Gemeinde Grossauheim und eine brüderliche Gabe der evangelischen Kirchengemeinschaften des Konsistorialbezirks Kassel von der hessischen Gesamtsynode."

Am 22. Januar 1911 wurde die Kirche eingeweiht, eine weitere Weihe folgte 1986 nach der zweiten grundlegenden Renovierung. Die Kirche im Neurenaissance-Stil prägt die Mainpromenade und erfreut im Innern durch wunderschöne Jugendstil-Ornamentik, die zwischen 11 und 17 Uhr bestaunt werden können. Führungen finden um 12, um 14 und um 16 Uhr statt.

In Steinheim werden die Besucher des Tag des offenen Denkmals unter die Erde geführt. Im Rahmen einer Ausstellung im ersten Obergeschoß des Steinheimer Marstalles zeigt der Fachbereich Architektur der Fachhochschule Darmstadt unter der Leitung von Prof. Oppermann und seiner Mitarbeiterin Alexandra Vydra weitere Ergebnisse des Steinheimer Projekts "Kellerkataster".
Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit einer Reihe studentischer Bauaufmaß-und Bauforschungssergebnisse zur Steinheimer Altstadt. Von 11 bis 16 haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, Informationen über das Projekt aus erster Hand zu bekommen.

Einblicke ganz anderer Art zeigt der Steinheimer Geschichtsverein im Schlosshof von Steinheim. Die Ausmaße der ehemals imposanten Burganlage des 15./16. Jahrhunderts liegen noch immer im Boden des Schlosshofes verborgen wie archäologische Grabungen Anfang der 90er Jahre nachweisen konnten.

Die erstmalige Erwähnung des Steinheimer "castrums" stammt aus dem Jahr 1222 und dies legt nahe, dass die Burg als Verwaltungsmittelpunkt des Eppsteiner Geschlechtes zwar noch bescheidene Ausmaße hatte, allerdings schon über eine repräsentative Ausstattung verfügte wie eine Säule im Museum Schloss Steinheim belegt.

Nach einer Zerstörung der Burg im Jahre 1301 nahmen die Herren von Eppstein offenbar zum Anlaß Ihren Stützpunkt alsbald mit einer neuen Ringmauer und einem modernen sechseckigen Flankierungsturm zu versehen. Zeitnah erhielten sie auch das Recht (Ober)- Steinheim zur Stadt auszubauen und zu befestigen. Und die Burg wurde zum Eckpfeiler der Stadtbefestigung.

Das Erzbistum Mainz übernahm 1425 den eppsteinischen Besitz und vor die Ringmauer wurde eine Zwingeranlage mit Mauer und Turm auch zur Stadtseite hin gesetzt. Dies mag ein Ausdruck dafür gewesen sein , dass die Burg dem Stadtherren gehörte und dieser sich gegen Eigenständigkeitsbestrebungen der Bürger behaupten können mußte. In der Folgezeit wurden die Wohngebäude repräsentativ ausgebaut.

Heute noch sichtbar ist der nördliche Erweiterungsbau des Schlosses und der Bau Schlossturmes. In der Blütezeit der Anlage, war die Burg mehrgeschossig und die oberen Stockwerke in Fachwerkbauweise gestaltet. Einen Eindruck vermittelt das Stadtmodell im Museum, dass die Bebauung im 16 Jahrhundert zeigt.

Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen werden am Tag des offenen Denkmals anhand von Fotos dokumentiert und um 11, um 14 sowie um 16 Uhr im Schlosshof fachkundig erläutert.

Quelle: Stadt Hanau

(rheinmain)


 


 

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