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Opel-Chef will Amerikanern "nicht länger auf der Tasche liegen"

Stracke dringt auf Gewinne. Die Muttergesellschaft GM wird ungeduldig. Erste Einzelheiten zum neuen Kleinwagen Adam.

Beim tief in der Krise feststeckende Autohersteller Opel erhöht Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke den Druck auf die Arbeitnehmer. Opel müsse "so schnell wie möglich wieder profitabel werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Bild"-Zeitung. Die deutsche Traditionsmarke aus Rüsselsheim dürfe nach den Milliardenverlusten der vergangenen Jahre "unserer Mutter nicht länger auf der Tasche liegen", erklärte er mit Blick auf den Eigentümer General Motors (GM) aus den USA.

Opel präsentierte am Mittwoch erste Einzelheiten des neuen Kleinwagens Adam, mit dessen Hilfe Stracke den Absatzeinbruch stoppen will. "Unser neuer Lifestyle-Stadtflitzer Adam eröffnet großes Wachstumspotenzial für Opel", sagte er laut Mitteilung des Konzerns.

Demnach soll der 3,70 Meter lange Kleinwagen aus dem Werk Eisenach ab Januar 2013 bei den Händlern stehen. Der 1,72 Meter breite Viersitzer ist zunächst mit Benzinmotoren von 70 bis 100 PS lieferbar. Das kugelförmige Auto soll erfolgreiche Mini-Konkurrenten wie den Fiat 500 angreifen und wird deshalb weniger als Billigmodell in Stellung gebracht, sondern als Trendauto für moderne Stadtmenschen. So kann der Kunde etwa sein iPhone oder iPad an das Auto anschließen. Der Preis wird voraussichtlich knapp unter 12.000 Euro liegen.

Opel verliert seit Jahren Marktanteile und hat ein neues Erfolgsmodell dringend nötig. Stracke erinnerte in dem Zeitungsinterview an weitere kommende Autos. "Unser Plan ist kein Sparpaket, sondern ein klarer Wachstumsplan", sagte er. "Um genau zu sein, investieren wir Milliarden in neue Modelle wie den neuen Astra, den SUV Mokka und den Kleinwagen Adam."

Stracke verhandelt derzeit mit Betriebsrat und Gewerkschaft über ein Sanierungsmodell. Danach würde Opel den Mitarbeitern bis 2016 ihre Jobs garantieren, aber 2017 voraussichtlich das Werk in Bochum schließen. "Langfristig gibt es aber nur eine Arbeitsplatzgarantie: Wir müssen nachhaltig Gewinne schreiben", sagte er. GM sei "zu Recht ungeduldig mit uns", erklärte Stracke.

Opel hatte bereits angekündigt, den Bau des Erfolgsmodells Astra aus Deutschland in das billigere Polen und England zu verlagern.

(Claus-Peter Tiemann)


 


 

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