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Tutanchamun-Ausstellung eröffnet

Der Schatz des Pharaos in Originalgröße

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(bo/dapd-hes). Die Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" ist am Samstag in Frankfurt am Main eröffnet worden. In einer eigens errichteten mobilen Halle können Besucher auf 4.000 Quadratmetern rund 1.000 Repliken des kompletten Grabschatzes des legendären ägyptischen Pharaos sehen.

Tutanchamun sollte es auf seiner Reise ins Jenseits an nichts fehlen. Sein 1922 als weltweite Sensation entdecktes Grab hatte der Hofstaat unter anderem mit Objekten aus dem luxuriösen Alltag des Pharaos gefüllt. In einer Qualität, die international höchste Anerkennung fand, hat das Team um den Ägyptologen Martin von Falck Tutanchamuns Grabschatz in Repliken nachgebildet und dabei 30 Kilogramm Blattgold verbraucht.
In der eigens errichteten Museumshalle am Güterplatz nahe des Hauptbahnhofs sind auf 4.000 Quadratmetern rund 1.000 Repliken zu sehen. Tutanchamuns originaler Grabschatz, wie er bei der Beerdigung des jungen Herrschers im 14. Jahrhundert vor Christus eingemauert wurde, ist heute nur noch in verschiedenen ägyptischen Museen getrennt zu sehen. Die von Semmel Concerts veranstaltete Ausstellung, die 2008 erstmals in Zürich gezeigt wurde und jetzt in Frankfurt ist, will "den Zauber des authentischen Gesamtbilds" neu erstehen lassen.

Grabkammer war Dreizimmerwohnung

Die Qualität der Tutanchamun-Repliken "vermitteln ein eindrucksvolles Bild der handwerklichen Meisterschaft, des Reichtums und Prunks der Grabausstattung", schreibt der frühere Direktor des Kunsthistorischen Museums Wien, Wilfried Seipel, im Ausstellungskatalog. Die Wirkung von Objekten, erklärt der Ägyptologe weiter, gehe nicht nur von ihrer Originalität aus, sondern oft noch mehr vom Kontext, in dem sie zu sehen sind. Die Tutanchamun mitgegebenen Gebrauchs- und Kultobjekte füllten eine rund 60 Quadratmeter große Grabkammer, eine Art Dreizimmerwohnung.

In eine 1922 entdeckte und dann teilweise freigelegte Außenmauer dieser unterirdischen Steingruft bohrte der Londoner Ägyptologe Howard Carter nach zuvor zehnjähriger Suche ein Loch. "Was siehst du?", fragte ihn sein Mitarbeiter. "Ich sehe wundervolle Dinge", antwortete der Brite. In der vorderen Grabkammer, in die sein Blick fiel, stapelten sich Kisten, Möbel, Zierrat, Tiermumien und kultische Gerätschaft übereinander, und unter der Staubschicht leuchtete überall Gold hervor. Genau dieses vielgestaltige Bild empfängt die Ausstellungsbesucher gleich zu Beginn.

Objekte in Originalgröße

Die Schau zeigt in Kopie alle Objekte in Originalgröße, darunter auch das grandiose Herzstück des Schatzes, die elf Kilogramm schwere Goldmaske des toten Pharaos, der darunter als Mumie ruhte. Carter stieß auf diesen heute weltbekannten Fund in der zweiten Grabkammer - und erst, nachdem seine Leute hintereinander sechs, wie bei einer russischen Babuschka-Puppe immer kleiner werdende, mit Gold behämmerte Sarkophage öffneten. Die Ausstellungsmacher haben das ganze Ensemble auf einer 20 Meter langen Strecke aufgereiht. Für dieses Prunkstück der Schau haben die Restaurateure das meiste Gold verbraucht.

Legierungen mit weniger Edelmetall haben bei der Realisierung des Vorhabens nicht funktioniert. "An Blattgold in Kiloportionen kamen wir nicht vorbei", berichtet Ausstellungsarchitekt Paul Heinen. Der "authentische Zauber" sollte nicht verloren gehen. "Und nur Gold glänzt wie Gold", sagt Heinen.

(dapd )



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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Helga Hauke / Pixelio.de


 

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