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  • 23.04.2015, 13:49 Uhr
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  • Rhein-Main
Unternehmen

Geschäftsidee: Vermittlung von Reinigungskräften

Was als Idee in den USA begann, hat inzwischen auch in Deutschland einige Nachahmer gefunden: Die Vermittlung von selbstständigen Reinigungskräften über das Internet. Gerade die Reinigungsbranche war in der Vergangenheit dafür bekannt, von Schwarzarbeit unterlaufen zu sein. Viele Interessenten waren sich zudem unsicher, ob und wie die Reinigungskraft im Privathaushalt anzumelden sei. Oft fand man die neue Hilfe im Haushalt über Bekannte oder das Infobrett im Supermarkt.

Reinigungsbranche aus der Grauzone holen

Claude Ritter und Nikita Fahrenholz, die beiden Gründer des Berliner Unternehmens BOOK A TIGER wollen Menschen helfen, die eine legale Reinigungskraft suchen. Sie vermitteln auf sehr flexible Weise selbstständige Putzfrauen. Dabei verzichten sie auf eine längerfristige Vertragsbindung und liegen somit voll im Trend der "On-Demand Economy". BOOK A TIGER ist als GmbH im April 2014 an den Start gegangen und von Beginn an war es den Gründern besonders wichtig, die Reinigungskräfte fair zu entlohnen, denn nur so lassen diese sich zuverlässig binden. Die Formel: Wer gut bezahlt wird, leistet auch gute Arbeit. Wer als "Tiger" – so nennen Ritter und Fahrenholz die Putzprofis in ihrer Kartei – aufgenommen werden möchte, durchläuft einen mehrstufigen Prozess, um gute Arbeit sicherzustellen. Unter anderem wird "probegeputzt". Grundsätzlich kann aber jeder mit dem passenden Mindset ein Tiger werden: Studenten, pensionierte Hauswirtschaftler oder etwa auch Alleinerziehende, die sich auf selbstständiger Basis ein Zubrot verdienen wollen. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis ist selbstverständlich. Zudem sind alle Tiger betrieblich haftpflichtversichert, sodass im Schadensfall keine Problemen auftreten. Kunden können ihre Reinigungshilfe auch ganz spontan für zwei Stunden buchen, etwa wenn der Besuch der Schwiegermutter, der Frühjahrsputz oder eine Familienfeier ansteht.

Unternehmensfinanzierung und Tipps für Neugründer

Doch wie haben Ritter und Fahrenholz 2014 ihr Startup finanziert? Die ersten Monate griffen sie nach eigenen Angaben auf persönliches Kapital zurück. Danach konnte eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro abgeschlossen werden. Inzwischen wurde in der "Series A"-Finanzierungsrunde weiteres Kapital eingesammelt. Neben Lead-Investor DN Capital konnte Target Ventures als neuer Geldgeber gewonnen werden. Auch Avala Capital und weitere bestehende Investoren gaben eine weitere Geldspritze von insgesamt vier Millionen Euro. Laut Fahrenholz ist eine gute finanzielle Ausgangslage wichtig, um am Markt bestehen zu können. Zusätzlich möchte er jungen Unternehmensgründern Folgendes mit auf den Weg geben: Nur wer schnell lernt und eine zügige Entwicklung vorantreibt, kann im Markt überleben. Hierzu sei es wichtig, klare Verantwortungsbereiche zu definieren und eine "culture of ownership" aufzubauen. Außerdem sollte man keine Personen einstellen, bei denen man ein schlechtes Bauchgefühl hat, und sich bewusstmachen, dass Finanzierungsrunden erst zu Ende sind, wenn das Geld auch wirklich auf dem Firmenkonto angekommen ist.

(Redaktion)


 


 

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