Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Finanzen
Weitere Artikel
Börsencompass

Die aktuellen Börseninformationen für Privat- und Geschäftskunden

Das Top-Thema des Tages ist die rückläufige Inflationsrate. Der Aktioenmarkt schloss am ersten Handelstag der Woche sehr fest ab und in der Konjunktur begann der erste Tag der Woche mit einem spürbaren Rückgang der Risikoaufschläge für italienische und spanische Staatsanleihen.

Konjunktur / Rentenmärkte

Die Woche begann gestern mit einem spürbaren Rückgang der Risikoaufschläge für italienische und spanische Staatsanleihen – während die Kurse der Bundesanleihen ihre am Mittwoch begonnen Abwärtsbewegung fortsetzten, konnten die Anleihen dieser Länder sich etwas erholen. Grund hierfür waren die Spekulationen über eine alternative Lösung zum EFSF, bei der die Kernländer in einem höheren Maß als bislang geplant ihre Bonität auf die unter Druck geratenen Länder übertragen würden. Medienberichten zufolge weicht die ablehnende Haltung der Bundesregierung zu einer Lösung, die Eurobonds beinhalten könnte, auf. Heute Nachmittag treffen sich die Finanzminister der Eurostaaten in Brüssel, um über weitere Schritte zur Eindämmung der Schuldenkrise zu beraten.
Wie erwartet schwächt sich der Preisdruck in Deutschland ab: Im Vergleich zum Vormonat blieb das Preisniveau im November unverändert. Die Inflationsrate, die den Anstieg der Verbraucherpreise zum Vorjahr widerspiegelt, ist damit von 2,5% auf 2,4% gefallen. Auf der Kostenseite zeichnet sich für die Unternehmen eine Entspannung ab, sodass die Inflationsrate in den nächsten Monaten weiter sinken dürfte. Keinen Hinweis auf eine „Kreditklemme“ im Euroraum lieferten gestern die Daten der EZB zur Entwicklung der Geldmengenaggregate. Im Vorjahresvergleich ist der Zuwachs bei den Krediten an private Haushalte und an Unternehmen mit 2,2% bzw. 1,9% zwar relativ schwach, über eine restriktive Kreditvergabe klagt derzeit aber kaum ein Unternehmen.

Aktienmarkt

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am ersten Handelstag der Woche sehr fest. Die zuletzt stark gebeutelten Leitindizes legten um bis zu 5,5% (Frankreich) zu. Verantwortlich für den Kurssprung zeichnete vor allem das überaus erfolgreiche Thanksgiving-Wochenende in den USA, das den US-Einzelhändlern zweistellige Umsatzzuwächse bescherte. In diesem Umfeld legte der Dax um 4,6% zu. Gefragt waren neben Banken- und Versicherungswerten (Deutsche Bank: +7,2%; Allianz: +7,4%) insbesondere zyklische Titel. So legte Daimler um 7,9% zu und HeidelbergCement um 5,6%. Einzelhandelsaktien wie Douglas (+4,7%) stiegen ebenfalls zum Teil überproportional. In der zweiten Reihe kletterte die Aktie von TUI um fast 10%, nachdem Thomas Cook (+20,6%) sich zusätzliche Liquiditätshilfen gesichert hatte. Auf Sektorebene führten gestern in Europa die Branchen Automobile (+6,7%) sowie Versicherungen (+6,4%) die Performancerangliste an. Aber selbst der schwächste Sektor (Nahrungsmittel & Getränke) konnte noch um 2,1% zulegen. Auch die US-Börsen erzielten nach dem erfolgreichen Thanksgiving-Wochenende satte Kursgewinne. Der Dow Jones stieg um 2,6%. Aktien wie Best Buy (+3,4%) und Amazon (+6,4%) waren besonders gesucht. Auf Sektorebene gab es die größten Aufschläge bei Rohstoffen, Energie und Technologie, die alle um mehr als 3,5% kletterten. Die asiatischen Märkte schlossen sich bis auf wenige Ausnahmen wie Indien den freundlichen Vorgaben an. Der Nikkei 225 legte um 2,3% zu. Unterstützung bot auch der etwas schwächere Yen. Kursbeflügelnd wirkten zudem Spekulationen über eine in Kürze erfolgende expansivere Geld- und Fiskalpolitik in China.

Top-Thema des Tages: Inflationsraten rückläufig

Berechnungen auf Basis von sechs Bundesländern zur Folge stagnierten im November die deutschen Verbraucherpreise ggü. Oktober. Dadurch ist die jährliche Inflationsrate für Deutschland von 2,5% J/J auf 2,4% J/J zurückgegangen. Dies entsprach weitgehend den Erwartungen. Während die deutschen Haushalte deutlich mehr für Heizöl bezahlen mussten (+4,5% M/M), wurden Benzin und Reisen billiger.
Aufgrund der schwächeren Wachstumsaussichten, die man aus den Einkaufsmanagerindizes sowie dem Ifo-Index ablesen kann, dürfte der Preisdruck insgesamt nachlassen. Da sich der Kostenanstieg für Unternehmer deutlich verlangsamen dürfte, ist damit zu rechnen, dass auch die Unternehmen ihre Absatzpreise stabiler halten. Je nachdem wie sich die Rohstoffpreise entwickeln, ist damit ein Rückgang der Inflationsrate auf nahe oder sogar unter die 2%-Marke im Frühjahr nächsten Jahres möglich.
Auch im Euroraum dürfte sich der Verbraucherpreisanstieg aufgrund der abnehmenden Konjunkturdynamik abschwächen. Das bietet der EZB Spielraum, die Leitzinsen noch einmal zu senken - von 1,25% auf 1,00%. Dies könnte bereits in der nächsten Sitzung am 8. Dezember der Fall sein, an dem die EZB ihre neuen Inflations- und Wachstumsprojektionen vorlegt. Aufgrund der EWU-Schuldenkrise fährt die EZB ohnehin eine sehr expansive Geldpolitik. Überraschend hatte der neue EZB-Präsident Mario Draghi zur Amtseinführung bereits im November den Leitzins von 1,50% auf 1,25% gesenkt. Begründet wurde die Zinslockerung mit der erwarteten Wachstumsabschwächung im Euroraum.

(ots / Commerzbank AG)


 


 

Euroraum
Verbraucherpreisanstieg
EZB
November

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Inflationsrate" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: