Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Finanzen Finanz-News
Weitere Artikel
Marktkommentar Aktien-Helaba

US-Börsen konnten sich auf Schlusskursbasis in die Pluszone retten

Während der sehr volati-len Handelssitzung war der Dow zwischenzeitlich um rund 3 %, unter die psychologisch wichtige Marke von 8.000 Zählern, abgerutscht. 8 von 10 Sektoren konnten schlussendlich zulegen, die Bereiche Telecom (-1,1 %) und Financials (-5,10 %) gaben hingegen ab.

Im Finanzbereich mach-ten einmal mehr Negativschlagzeilen die Runde. Es wurde darüber spekuliert, ob die Bank of America erneut Staatshilfen (in Milliardenhöhe) beantragen muss. Daraufhin verlor das Papier mehr als 18 %. Aktien der Citigroup gaben 15 % ab, während JP Morgan mit einem unerwartet deutlichen Quartalsgewinn überraschte. Von konjunktureller Seite stehen die Konsumentenpreise zur Veröffentlichung an. Diese dürften, wie schon die Import- und Erzeugerpreise, energiepreis-bedingt sinken.

Die Jahresrate wird unserer Einschätzung nach zum ersten Mal seit 1955 ein nega-tives Vorzeichen aufweisen. Wichtig ist auch die Entwicklung der Kerninflation, um zu sehen, ob es zu einem breit angelegten Preisrückgang gekommen ist. Allerdings dürfte ein solcher Rückgang angesichts der stark steigenden Arbeitslosigkeit nicht zu einer erhöhten Kauflaune der Konsumen-ten beitragen.

Der massive Stellenabbau, eine damit verbundene Zunahme der Arbeitsplatzunsi-cherheit und anhaltende Verluste an den Aktienmärkten sprechen dafür, dass das Michigan Senti-ment, das wichtigste Stimmungsbarometer der US-Verbraucher, auf niedrigem Niveau verharrt. Ein deutlicher Rückgang ist nicht zu erwarten, denn das ABC-Verbrauchervertrauen und der IBD/TIPP-Index haben sich zuletzt stabil gezeigt. Die Konsensschätzung von 59,1 nach 60,0 scheint hinreichend pessimistisch. Für Aufmerksamkeit sorgt heute die Veröffentlichung der In-dustrieproduktion. Hier liefern der schwache ISM-Index und die schrumpfende Zahl der geleiste-ten Arbeitsstunden eine negative Vorgabe. Enttäuschungspotenzial gegenüber der bei -1,0 % lie-genden Konsensschätzung machen wir aber nicht aus.

Der Dax verbuchte gestern erneut Verluste (den 7. Tag in Folge). Zum Xetraschluss notierte der deutsche Leitindex um 1,94 % schwächer bei 4.336,73 Zählern. Daran konnte auch die erwartete Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank nichts ändern. Diese hatte den Leitzins um 50 Basispunkte auf 2,00 % gesenkt. Nach Ansicht von Präsident Trichet war dieser Schritt aufgrund des Rückgangs der Inflation deutlich unter das EZB-Ziel und schwacher Konjunkturdaten not-wendig. Der Zinssenkungszyklus scheint noch nicht beendet. Allerdings hielt sich der EZB-Chef in Bezug auf die Februar-Sitzung bedeckt. So habe der EZB-Rat mit den beschlossenen Zinssenkungen den Entwicklungen schon weit vorgegriffen. Zudem sei der nächste wichtige Termin die EZB-Sitzung im März.

Alles in allem halten wir an unseren Erwartungen fest, dass die Zentralbank das Leitzinsniveau zum Ende des ersten Quartals 2009 auf 1,50 % schleusen wird. Deutliche Kursabschläge mussten auch hierzulande die Finanzwerte hinnehmen. Am deutlichsten traf es die Aktie der Deutschen Postbank (-18,73 %). Um 10,77 % ging es für die Commerzbank nach unten. Hingegen konnte K+S, als bestes Daxpapier, einen Gewinn von 3,08 % verbuchen. Das technische Bild des Dax ist und bleibt weiter angeschlagen.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Index per gestern nahezu exakt auf einer wichtigen Clusterzone (ein Gann-Angel (4.305) und ein weiteres Korrekturparameter (4.336)) aufgesetzt ist. Damit werden die Chancen größer, dass es zu einer kurzfristigen, technischen Erholungsbewegung kommen wird. Ein erstes Kursziel (auf Sicht der nächsten Tage) lässt sich bei 4.521 Zählern defi-nieren. Unstrittig ist jedoch, dass die übergeordneten Abwärtstrends weiter intakt sind und sich die Bewegungsdynamik (Trendintensität) zuletzt verstärkt hat. Entsprechend muss davon ausgegan-gen werden, dass ein Ende der Impulsbewegung noch nicht absehbar ist. Ein nachhaltiges Unter-schreiten der Supports (die genannte Clusterzone) würde unweigerlich zu einer weiteren Dynami-sierung der Abwärtsbewegung führen. Ein neues Tief wäre die logische, charttechnische Konse-quenz.
Wichtige Konjunkturdaten

Quelle: Helaba

(Redaktion)


 


 

US-Börse; Schlusskursbasis; Pluszone;

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "US-Börse; Schlusskursbasis; Pluszone;" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: