Sie sind hier: Startseite Rhein-Main Finanzen Aktien & Fonds
Weitere Artikel
Marktkommentar Aktien - Helaba

US-Senat nimmt Rettungspaket für die Finanzbranche mit deutlicher Mehrheit an

Die US-Börsen verabschiedeten sich mit Abschlägen aus dem Handel. Die deutlichsten Abschläge mussten dabei die Technologiewerte hinnehmen. Weiter stand die angespannte Lage an den Kreditmärkten, aber auch, die wieder aufkommenden Rezessionsängste im Blickpunkt. Mehr und mehr setzte sich die Meinung am Parkett durch, dass eine Rezession auch mit Hilfe des Rettungspaketes der Regierung nicht mehr verhindert werden kann.

Nach Börsenschluss hat der US-Senat das besagte Rettungspaket mit einer deutlichen Mehrheit das Rettungspaket angenommen. Die entscheidende (zweite) Abstimmung im Repräsentantenhaus wird wahrscheinlich am Freitag stattfinden. Angesichts der nachgebenden Ölpreisnotierungen gab der Energy-Sektor 3,6 % nach, es folgten die Bereiche Industrials (-2,5 %) und Materials (- 1,8 %). Das Handelsvolumen an der NYSE fiel unterdurchschnittlich aus, im Verhältnis überwogen die Aktien, welche Kursverluste verzeichneten (8 zu 7), an der Nasdaq waren es 17 zu 10. In den USA werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einen letzten Hinweis auf den morgen anstehenden Arbeitsmarktbericht liefern. Die Vorgaben für den Bericht am Freitag sind negativ und Enttäuschungspotenzial ist vorhanden. Die Industrieaufträge dürften analog der sehr schwachen Entwicklung der Durable Goods Orders rückläufig sein. Die Konsensschätzung eines Minus von 3,0 % ist realistisch.

Obwohl es Hoffnungen gab, dass der US-Kongress das Rettungspaket für den Finanzsektor schneller beschließt als nach dem Scheitern am Montag erwartet, ist die Stimmung am Aktienmarkt gedrückt und von hoher Unsicherheit geprägt. Vor diesem Hintergrund hat sich der DAX mit einem Minus von 0,4 % bei 5.806 Punkten aus dem Markt verabschiedet. Zu den Gewinnern zählten die Finanztitel, die in den Tagen zuvor enorme Verluste erlitten. Die Aktie der Commerzbank kletterte um 16,54 %, Hypo Real Estate gewannen 13,25 %. Größter Verlierer im Dax war das Daimler-Papier mit einem Abschlag von 8,55 %. Vor dem Hintergrund der eskalierenden Finanzkrise steht die heutige EZB-Ratssitzung im Mittelpunkt des Interesses. Der Druck auf die Zentralbank steigt, den krisengeschüttelten Banken sowie den deutlich steigenden Konjunkturrisiken mit einer Leitzinssenkung gerecht zu werden. Spekulationen auf sinkende Leitzinsen nehmen zu. Inzwischen rechnen Marktteilnehmer damit, dass die Währungshüter schon heute eine Zinssenkung beschließen. Wir gehen davon aus, dass diese Zinshoffnungen enttäuscht werden. Zwar hat Präsident Trichet in dieser Woche deutlich gemacht, dass die Bereinigung der Portfolios der Kreditinstitute einen spürbaren Einfluss auf die Realwirtschaft haben könnte. Er sagte aber auch, dass seine Äußerung nicht im Hinblick auf die heutige Zinsentscheidung interpretiert werden sollte. Die EZB nehme eine klare Trennung von Geldpolitik auf der einen Seite und der Versorgung des Marktes mit Liquidität auf der anderen Seite vor. Bezüglich der Geldpolitik habe die Zentralbank das Ziel, die Inflationserwartungen zu verankern. Aufgrund derartiger Äußerungen würde eine heutige Leitzinssenkung überraschen. Das technische Bild des Dax hat sich kurzfristig ein wenig aufgehellt. Von einer grundsätzlichen Entwarnung kann jedoch keine Rede sein, da die Bewegungsdynamik in der Abwärtsbewegung weiter zugenommen hat. Unterstützungsmarken im Dax finden sich bei 5.730 und 5.625 Zählern.

Quelle: Helaba Volkswirtschaft/ Research

(Redaktion)


 


 

Aktien
Helaba
US-Börsen
Rezessionsängste
Aktienhandel
Börse
Deutsche Börse
Börse Frankfurt
Frankfurt

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Aktien" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: