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Verkehr

Der Trick mit der Ampel

(bo/dapd). Rot bedeutet halt. Bei Grün darf man fahren. So einfach klingen - stark verkürzt - die Regeln beim Farbenspiel der Ampeln. Doch so einfach ist es nicht.

"Schon bei einem gelben Blinksignal wird es mit dem Wissen kritisch", schildert der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Winter aus Kornwestheim seine Beobachtungen. Und wer sein fahrerisches Fehlverhalten mit einem Technikdefekt begründen wolle, habe schlechte Karten. "Die eingesetzte Technik ist erprobt und sehr zuverlässig", sagt Winter.

Wer Rotlicht missachtet, muss laut Bußgeldkatalog mit mindestens 90 Euro rechnen, samt drei Punkten in Flensburg. Kommt es zu einer Gefährdung oder zeigt die Ampel bereits länger als eine Sekunde rotes Licht, werden 320 Euro fällig, wenn man erwischt wird. Zusätzlich gibt es vier Punkte in Flensburg, und der Führerschein ist für einen Monat weg.

Im Juristendeutsch ist eine Ampel eine sogenannte Lichtzeichenanlage und wird hauptsächlich an Kreuzungen oder Einmündungen eingesetzt. Blinkt sie nun ständig gelb, bedeutet dies, dass die Ampelanlage außer Betrieb ist und die normalen Vorfahrtsregeln Gültigkeit besitzen. "Gleiches gilt natürlich, wenn eine Ampel - aus welchen Gründen auch immer - überhaupt nichts mehr anzeigt oder abgeschaltet wurde", erläutert Winter.

Erfahrungsgemäß würden Ampelanlagen immer im gesamten Kreuzungsbereich nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Eingebaute Schutzschaltungen sorgten daher dafür, dass nicht an zwei querenden Fahrbahnen gleichzeitig grünes Licht angezeigt werde. Außerdem müsse gewährleistet werden, dass bei Ausfall des Rotlichts eine querende Fahrbahn nicht trotzdem grünes Licht angezeigt bekomme.

Feindliches Grün und gelbes Blinklicht

Wenn die Steuerung einer Ampel ausfalle oder eine Störung auftrete, starte im Regelfall ein sogenanntes Signalnotprogramm oder ein Ersatzsignalprogramm. Darüber hinaus gebe es eine Sicherung, die verhindere, dass durch Schalt- oder Bauteilefehler zwei kreuzende Fahrtrichtungen gleichzeitig grünes Licht (sogenanntes feindliches Grün) erhalten würden, erklärt Winter. Und bei einem Totalausfall würden die üblichen Verkehrsregeln für Kreuzungen ohne Lichtzeichenanlagen gelten.

"Ist eine Ampel offensichtlich defekt und zeigt Dauerrot, muss man eine angemessene Zeit warten - die Rechtsprechung fordert hier deutlich mehr als beispielsweise drei Minuten - und darf erst dann mit äußerster Vorsicht und Rücksichtnahme auf den Querverkehr weiterfahren. Ein Weiterfahrverbot ist mit dem Dauerrot nicht verbunden", nennt Rechtsanwalt Winter eine weitere Tücke.

Vielfach eingesetzt sind sogenannte Bedarfsampeln, manchmal nur mit gelbem und rotem Licht. "Hier wird nur bei Bedarf ein Signal angezeigt, für fünf Sekunden leuchtet Gelb, danach Rot", sagt der Rechtsanwalt. Erst wenn das rote Signal erloschen sei, dürfe man wieder seine Fahrt fortsetzen.


 


 

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