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Heidenreich-Rauswurf

Verleger kritisieren ZDF

(bo/wuv). Nachdem das ZDF die Zusammenarbeit mit Moderatorin Elke Heidenreich "mit sofortiger Wirkung beendet hat", protestieren nun die Leiter renommierter deutscher Buchverlage - unter anderem Joachim Unseld von der Frankfurter Verlagsanstalt, Helge Malchow von Kiepenheuer & Witsch und Marcel Hartges von Dumont - gegen den Rauswurf. "Wir bitten Sie nachdrücklich, Ihrer Verantwortung für den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nachzukommen und Ihre Entscheidung zu revidieren", heißt es in einem Offenen Brief an ZDF-Intendant Markus Schächter und Programmchef Thomas Bellut.

Marcel Reich-Ranicki bezeichnete den Schritt des ZDF "naheliegend". Die "Bild"-Zeitung berichtete, dass die Moderatorin lediglich per E-Mail von ihrem Rauswurf erfahren habe. "Mit ihren Äußerungen in der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' und in der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt", sagte Bellut. Das Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und Heidenreich sei dadurch so nachhaltig zerstört, dass "eine gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich" sei.

Hintergrund: Heidenreich hatte über die Verleihung des Ehrenpreises an Reich-Ranicki im Rahmen des Deutsches Fernsehpreises geschrieben: "Ich dachte, was für eine Zumutung diese armselige, grottendumme Veranstaltung für ihn sein müsse." Und weiter: "Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde."

Reich-Ranicki hatte sich von Heidenreich distanziert, nachdem Fernsehpreis-Moderator Thomas Gottschalk, 58, eine Einladung zu ihrer "Lesen!"-Sendung am 5. Dezember abgesagt hatte. Heidenreich hatte ihn darauf in der Illustrierten "Bunte" kritisiert: "Ich finde nicht, dass er nach all diesen Jahren noch ein guter Moderator ist." Gottschalk sei ein "müder alten Mann".

Dagegen nahm Reich-Ranicki Gottschalk, dem er noch am Fernsehpreis- Abend das "Du" angeboten hatte, in Schutz. "Thomas als dumm hinzustellen ist eine Unverschämtheit. Elke hat sich miserabel benommen. Sie hat noch intrigiert. Sie wollte, dass man Thomas meine Laudatio wegnimmt, um sie selbst zu halten", sagte er auch in der "Bunten".

Das ZDF teilte mit, dass es auch nach dem Abschied von Heidenreich eine Literatursendung im ZDF geben werde. An einem Nachfolgekonzept für 2009 werde gearbeitet. Anstelle der geplanten "Lesen!"-Sendungen am 31. Oktober und 5. Dezember wird das Kulturmagazin "Aspekte" ausgestrahlt, letztere ausschließlich zum Thema Buch. "Die Trennung von Heidenreich ist irreversibel", betont das ZDF.

(rheinmain)


 


 

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