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Wechsel an der Spitze der EKHN

Volker Jung zum Nachfolger von Peter Steinacker als Kirchenpräsident gewählt - Debatte über Kirchenreform

(bo/ddp-hes). Der neue Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) heißt Volker Jung. Der 48-jährige Dekan aus Lauterbach wurde am Samstag von der Kirchensynode in Frankfurt am Main zum Nachfolger von Peter Steinacker (64) gewählt, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Jung setzte sich nach Angaben eines Sprechers der EKHN im zweiten Wahlgang mit 80 von 155 gültigen Stimmen gegen den südnassauischen Probst Sigurd Rink durch, auf den 74 Stimmen entfielen. Ein Synodaler enthielt sich.

Der dritte Kandidat, der hessen-nassauische Diakoniechef Wolfgang
Gern, hatte zuvor seine Kandidatur zurückgezogen, nachdem er im
ersten Wahlgang nur 37 Stimmen erhalten hatte. Jungs Amtszeit als
neuer Kirchenpräsident beginnt am 1. Januar 2009 und beträgt acht
Jahre. Der scheidende Amtsinhaber Steinacker stand seit 1993 an der
Spitze der Landeskirche.

Steinacker würdigte seinen Nachfolger, der ein «zugleich
seelsorgerisch und strategisch denkender Dekan» sei. Mit ihm bekomme
die EKHN «einen besonders qualifizierten Theologen als neuen
Kirchenpräsidenten». Jung selbst hatte in seiner Bewerbungsrede
gesagt, er wolle «als Pfarrer Kirchenpräsident werden und als
Kirchenpräsident Pfarrer sein».

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
Bischof Wolfgang Huber, gratulierte Jung als einem Mann, der
«vielfältige Erfahrungen in unterschiedlichen kirchlichen Feldern in
sein zukünftiges Amt einbringen» könne. Der Bischof der benachbarten
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, verwies in
seinem Glückwunschschreiben auf das «intensive geschwisterliche
Miteinander» der beiden Landeskirchen.

Der katholische Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst,
sagte, er freue sich «auf die Fortsetzung der bewährten und
vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Ökumene».

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dankte dem
scheidenden Kirchenpräsidenten Steinacker für die stets
vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und wünschte dessen
Nachfolger Jung «von Herzen alles Gute und Gottes Segen». Er sei
zuversichtlich, dass Jung die EKHN auch erfolgreich durch die
bevorstehende Kirchenreform führen werde, sagte Koch.

Die Diskussion der geplanten Kirchenreform stand denn auch als
weiterer Punkt auf dem Programm der Synode in Frankfurt. Neben
verschiedenen internen organisatorischen Änderungen zur Schaffung
strafferer Leitungsstrukturen geht es dabei vor allem auch um die
Frage, ob der Kirchenpräsident künftig wieder Bischof heißen soll.
Jung sagte in Anspielung auf die Reformpläne, es gebe derzeit viele
Baustellen in der EKHN, er wolle deshalb darauf achten, «dass nicht
an zu vielen Baustellen gleichzeitig gebaut» werde.

Eine Entscheidung über die Bischofsfrage ist nach Angaben von
EKHN-Sprecher Stephan Krebs frühestens im Herbst, wahrscheinlich
sogar erst im nächsten Frühjahr zu erwarten. Den Titel des
Kirchenpräsidenten gibt es in der EKHN seit dem Amtsantritt von
Martin Niemöller im Jahr 1947.

Das Kirchengebiet der EKHN erstreckt sich über die Mitte, den
Süden und vor allem den Westen Hessens. In Rheinland-Pfalz gehören
Rheinhessen sowie die Kreise Westerwald und Rhein-Lahn dazu.

(rheinmain)


 


 

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