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IHK Rheinhessen

Vollversammlung erhebt niedrigsten Beitragssatz bundesweit

(bo)Mit einer erneuten Beitragssenkung wird die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen ab 2009 von ihren Mitgliedsunternehmen den niedrigsten Beitragshebesatz aller IHKs in Deutschland erheben. Mit dem Beschluss der IHK-Vollversammlung vom Mittwoch in Mainz sinkt die Umlage um 58,3 Prozent und die Grundbeiträge fallen um rund 15 Prozent. Dieser abermaligen drastischen Beitragssenkung ging eine kontinuierliche Senkung der Umlagesätze voraus. Schon 1998 minderte die Kammer ihre Beiträge um 22,2 Prozent, im Jahr 2001 um 28,6 Prozent, 2007 um 52 Prozent und jetzt um 58,3 Prozent.

Signalwirkung für die Politik erhofft sich der Präsident der IHK für Rheinhessen, Dr. Harald Augter, von dieser deutlichen Beitragssenkung: „Sowohl die Kommunal- als auch die Bundespolitik sind in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit aufgefordert, ernsthaft über Steuersenkungen nachzudenken.“ Vor diesem Hintergrund begrüßt der Präsident die gestern vorgestellte Bürgschaftsinitiative der Landesregierung, die den Unternehmen vor dem Hintergrund der Finanzkrise schnelle Hilfe in Aussicht stellt.

Nach den Worten von Hauptgeschäftsführer Richard Patzke geht es der
IHK-Vollversammlung darum, in der derzeitigen Konjunkturlage deutliche Entlastungssignale an die Wirtschaft zu senden: „Angesichts der Ungewissheit über Tiefe und Dauer der gerade anbrechenden Rezession will die IHK für Rheinhessen als Selbstverwaltungsorganisation der regionalen Wirtschaft mit der erneuten Beitragssenkung ein deutliches Zeichen für unsere Unternehmen setzen.“
IHK-Präsident Dr. Harald Augter zitierte eine IHK-Sonderumfrage unter rheinhessischen Betrieben. Demnach belastet die aktuelle Finanzkrise die Geschäfte der Unternehmen, dennoch grassiert noch keine tiefgreifende Krisenstimmung. So haben sich bei 40,6 Prozent der Firmen die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten „verschlechtert“ oder sogar „deutlich verschlechtert“. Fast ein Zehntel aller Unternehmen traut sich derzeit keine Einschätzung zu.

Dass keine akute Angst in den Betrieben herrscht, zeigt laut Augter das Umfrageergebnis, nach dem zwar ein Viertel aller Unternehmen im IHK-Dienstleistungsbereich die Investitionspläne für die nächsten zwölf Monate nach unten korrigiert. Doch sehen drei Viertel aller Firmen keinen Bedarf, ihre Investitionspläne zu ändern. Gleich geblieben sind nach Angaben des IHK-Präsidenten auch die Erfahrungen der Firmenchefs mit ihren Hausbanken: „Hier sagen fast 84 Prozent, dass sich im Vergleich zum Vorjahr die Gespräche zu Kreditkonditionen nicht verändert hätten. Rund zehn Prozent der Unternehmen behaupten das Gegenteil und sprechen von schlechteren Kreditkonditionen als im Vorjahr.“

Die verdüsterten Geschäftserwartungen und die schwebende Ungewissheit über den Verlauf der drohenden Rezession lässt nach Aussage von IHK-Hauptgeschäftsführer Richard Patzke aber noch keine belastbaren Aussagen über die Entwicklung auf dem rheinhessischen Arbeitsmarkt zu: „Sicher ist nur, dass die Unternehmen nach dem jetzigen Stand der Dinge ihre Personalplanung auf den Prüfstand stellen.“ Bislang keine Auswirkungen hat die Finanzkrise laut Patzke auf den regionalen Ausbildungsmarkt. Hier stieg rheinhessenweit die Zahl der neu eingetragenen IHK-Ausbildungsverhältnisse um 2,9 Prozent, während dieses Plus bundesweit 1,5 Prozent und in Rheinland-Pfalz 0,8 Prozent betrug.

Quelle: IHK Rheinhessen

(Redaktion)


 


 

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