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Absatzrückgang beim Luxusautohersteller

VW-Übernahme durch Porsche verschiebt sich

(bo/ddp.djn). Der Luxusautohersteller Porsche leidet unter der Absatzflaute auf dem weltweiten Automarkt. Der Verkauf der Sportwagen sei in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 (1. August bis 31. Juli) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf rund 25 200 zurückgegangen, teilte das Stuttgarter Unternehmen am Mittwoch mit. Aufgrund des «gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfelds» hält es der Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking für «zunehmend unwahrscheinlicher», noch dieses Jahr die Mehrheit an Volkswagen zu übernehmen.

«Unser Ziel ist weiterhin, die VW-Beteiligung so bald wie möglich
zunächst auf über 50 Prozent der VW-Stammaktien aufzustocken», sagte
Wiedeking. Ursprünglich wollte Porsche noch dieses Jahr auf mehr als
50 Prozent an Europas größtem Autohersteller aufstocken. Der
Sportwagenhersteller hält direkt bereits 42,6 Prozent und indirekt
über Optionen weitere 31,5 Prozent und strebt im kommenden Jahr die
Dreiviertelmehrheit an.

Porsche will dann nach eigenen Angaben einen Beherrschungsvertrag
durchsetzen, womit die Stuttgarter vollen Zugriff auf Volkswagen
hätten. Porsche sei jedoch nicht bereit, «VW-Stammaktien zu
wirtschaftlich unsinnigen Kursen zu erwerben», sagte
Porsche-Finanzvorstand Holger Härter mit Blick auf den hohen VW-Kurs
von am Donnerstag rund 263 Euro.

«Die Folge wären erhebliche Abschreibungsrisiken und - damit
verbunden - eine unkalkulierbare Ergebnisbelastung. Das möchten wir
vermeiden», ergänzte Härter. Wirtschaftlich sinnvolle Kurse begännen
bei rund 200 Euro pro VW-Aktie. Porsche hatte vor allem aufgrund von
Optionsgeschäften mit VW-Aktien im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr
Gewinn als Umsatz gemacht.

Der angestrebte Beherrschungsvertrag würde derzeit an dem im
VW-Gesetz verankerten Vetorecht des Bundeslandes Niedersachsen mit
einem Anteil von gut einem Fünftel scheitern. Trotz heftiger Kritik
der EU-Kommission und des Großaktionärs Porsche hatte der Bundestag
die umstrittene Neufassung des VW-Gesetzes am 13. November mit großer
Mehrheit verabschiedet.

Bereits am Mittwoch hatte Porsche mitgeteilt, dass der
Autohersteller angesichts des Nachfragerückgangs seine Produktion
drosselt und seine Absatzprognose senkt. Für das laufende
Geschäftsjahr geht Porsche demnach nicht mehr davon aus, den
Gesamtabsatz des Vorjahres von 98 652 Fahrzeugen zu erreichen,
sondern deutlich weniger. Von August bis November sank der Umsatz um
rund 15 Prozent auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro. Die exakten
Zahlen will Porsche Mitte Dezember veröffentlichen.

Eine konkrete Prognose für dieses Geschäftsjahr gab der
Sportwagenhersteller nicht ab. Wiedeking betonte lediglich, der
Konzern fahre «auf Sicht» und werde, wenn notwendig, flexibel auf
weitere wirtschaftliche Verwerfungen reagieren. Zu n-tv sagte er: «Es
weiß keiner, wie der Markt sich entwickelt».

Den nächsten Wachstumsschub erwartet der Hersteller der Modelle
Boxster, Cayman, Carrera, Targa, Turbo und 911 erst im Geschäftsjahr
2009/2010 mit der Markteinführung des Panamera. Der ab dem Spätsommer
2009 verfügbare Viertürer solle einen neuen Absatzschub bringen. Die
letzte Neueinführung war der Geländewagen Cayenne Ende 2002.

Die Porsche-Aktie legte bis zum Nachmittag 1,6 Prozent auf 53,60
Euro zu. Seit Beginn des Jahres haben die Papiere um mehr als 60
Prozent verloren.

(Redaktion)


 


 

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