Metro
Metro setzt auf Wachstum
Rhein-Main. (bo/dapd). Der neue Metro-Chef Olaf Koch will mit Preissenkungen und aggressivem Wettbewerb die Geschäfte des größten deutschen Handelskonzerns ankurbeln.
"Die Priorität Nummer eins ist Wachstum", sagte der Manager am Dienstag bei der Präsentation der Konzernbilanz 2011 in Düsseldorf über seine Zukunftsstrategie. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen drastischen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Auch die Umsätze waren leicht rückläufig.
Vor allem bei der zuletzt kriselnden Elektroniksparte mit den Ketten Media Markt und Saturn will Koch noch aggressiver um Kunden werben. "Wir wollen aus dem Verdrängungskampf im Unterhaltungselektronikbereich als Sieger hervorgehen", sagte Koch. Der Unternehmensbereich müsse sich "so aggressiv wie möglich aufstellen und Marktanteile gewinnen - ohne Kompromisse". Dazu werde der Konzern auch in wettbewerbsfähige Preise investieren. "Wir wollen Kostenführerschaft zurückgewinnen", sage Koch.
Ein weiterer Schwerpunkt der künftigen Metro-Investitionen sollen die Großhandelsmärkte seien. Hier sieht der Konzern vor allem in China, Russland und der Türkei "signifikante Wachstumschancen".
Der jüngste deutsche Chef eines DAX-Konzerns dämpfte allerdings gleichzeitig die Hoffnung auf einen raschen Aufschwung beim Düsseldorfer Konzern. "Wir laufen hier keinen Sprint, sondern vermutlich Marathon oder noch etwas länger", sagte Koch. Es gebe keine Geheimrezepte zur Ankurbelung der Geschäfte, es zähle die langfristige Arbeit am Kunden.
"Der Wind hat uns ins Gesicht geblasen"
Im vergangenen Jahr war der Unternehmensgewinn bei der Metro um fast 21 Prozent auf 741 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz ging um zugleich 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro zurück. Der Marktführer litt nicht nur unter einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft und den Wirtschaftsproblemen in weiten Teilen Europas. Auch Währungs- und Steuereffekte hinterließen deutliche Spuren in der Bilanz.
"Der Wind hat uns ins Gesicht geblasen", sagte Koch. Deshalb habe der Konzern seine Ziele nicht erreicht. In drei der vier Vertriebslinien - Media Markt/Saturn, Real und Kaufhof - sanken die Umsätze. Lediglich die Metro-Großhandelsmärkte konnten ein bescheidenes Umsatzplus von 0,2 Prozent einfahren. Das operative Ergebnis (Ebit vor Sonderfaktoren) der Metro Group sank um 1,8 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro.
Nun will Koch zügig gegensteuern und bereits in diesem Jahr die Basis für eine beschleunigte Expansion legen. Allerdings ist das mit zusätzlichen Kosten verbunden. Metro rechnet deshalb auch 2012 nur mit einem operativen Ergebnis "in etwa auf Höhe des Vorjahres". Erst für 2013 sei wieder mit einem Ergebnisanstieg zu rechnen. Der Umsatz soll allerdings in beiden Jahren zulegen.
Offen ließ der neue Konzernchef die Zukunft der Warenhauskette Kaufhof und der SB-Supermarktkette Real. Für Kaufhof gebe es derzeit keine Verkaufsverhandlungen. Doch sei der Konzern weiter zur Abgabe der Tochter bereit, wenn die Bedingungen stimmten. Über die Zukunft der SB-Supermarktkette Real, die nach wie vor als einzige Konzernsparte die Kapitalkosten nicht verdient, werde in den nächsten Monaten zu diskutieren sein.
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