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Positiver Trend

Leichte Verbesserung für Hessens Wald

(bo/dapd-hes). 2010 ist ein gutes Jahr für Hessens Wald gewesen. "Vom regenreichen Sommer haben die Bäume profitiert", sagte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) am Dienstag in Königstein bei der Vorstellung des jährlichen Waldzustandsberichts.

Im Mittel seien alle Baumarten zu 22 Prozent von Kronenverlichtung betroffen, eine Abnahme um einen Prozentpunkt gegenüber 2009. Die Folgen des trockenen Jahres 2003 seien überwunden, sagte die Ministerin. Der hessische Wald befinde sich in gutem Zustand. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erklärte dazu, angesichts der Witterung wäre eine deutlichere Verbesserung wünschenswert gewesen.

Waldökosystem weiterhin "fragil"

Das für die Bäume vorteilhafte Wetter sei auch für das Wachstum gut gewesen, sagte Puttrich. Hessen habe 2010 als Schutz vor Übersäuerung allein zwei Millionen Euro für die Kalkung des Walds ausgegeben, die Stabilisierung der Böden habe das Wurzelwachstum gestärkt. Gerade die Kalkung habe sich als wirksame Maßnahme erwiesen. "Sie wird von uns deshalb weiter fortgeführt", sagte die Ministerin. Im Verhältnis zum Nutzen für den Boden werde das Waldökosystem durch die Kalkung nur wenig beeinträchtigt. Umweltverbände hatten das regelmäßige Aufbringen des Minerals in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert.

Auch angesichts des Klimawandels bleibe der Zustand des Waldökosystems aber "fragil", sagte Puttrich. Im Vergleich zum Landesniveau weist der Bericht für die Rhein-Main-Ebene durchgängig höhere Schadraten aus. Hier erhöhte sich allein bei älteren Eichen die Kronenverlichtung gegenüber 1984 von 14 auf 41 Prozent, im Land Hessen von 13 auf 27 Prozent. Die seit Jahren anhaltende Grundwasserabsenkung in Südhessen schwäche den Wald, sagte ein Ministeriumssprecher. Obwohl 2010 ein Maikäferflugjahr war, habe das besonders in der Rhein-Main-Ebene auftretende Insekt den Bäumen aber insgesamt kaum zusetzen können.

Steigende Temperaturen in Hessen

Der Waldzustandsbericht stellt seit den 1980er Jahren für Hessen eine "deutliche Tendenz zu höheren Temperaturen" fest. Mit Ausnahme von 1996 wurde seit 1988 der langjährige Temperaturdurchschnitt jedes Jahr überschritten. Die Göttinger Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, die für Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Waldzustandsberichte erstellt, verweist in ihrer aktuellen Dokumentation auf ihre 2010 begonnene Forschung zur Anpassungsfähigkeit der Buche. Ziel ist die Analyse der Klimaauswirkungen auf Hessens häufigste Baumart.

Insgesamt sieht das Umweltministerium für Hessens Wald einen "positiven Trend". Von dieser Einschätzung zeigte sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) am Dienstag "überrascht". Zentrales Problem für den Wald bleibe der Stickstoffbelastung durch Verkehr und Landwirtschaft, sagte ein Sprecher. Die SDW forderte, "für besonders wertvolle Gebiete den 2002 in Hessen aufgehobenen Bannwaldschutz wieder einzuführen". Nach 2002 seien durch die Aufhebung allein am Frankfurter Flughafen fast 300 Hektar Wald gerodet worden.

Die hessischen Grünen nannten am Dienstag die jetzt dokumentierten Waldschäden "schlimm". Der Waldzustandsbericht stelle der Landesregierung ein Armutszeugnis aus. Hessens Wälder litten nach wie vor unter hoher Schadstoffbelastung. Das Umweltministerium falle dabei als "stiller Beobachter dieses Trauerspiels auf". Für Hessens CDU sagte ein Sprecher, die Entwicklung sei "hoch erfreulich" und der Wald "gut in Schuss". Auch die FDP beurteilte den vorgelegten Waldzustandsbericht positiv. Der Landesbetrieb Hessen-Forst arbeite "vorbildlich", hieß es.

(dapd )


 


 

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