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Steuern sparen mit der Vorsorge

Was lässt sich absetzen?

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, «Altersvorsorgeaufwendungen» in den Zeilen 61 bis 66 des Steuerhauptformulars anzugeben, um sie abzusetzen. Zu den «Altersvorsorgeaufwendungen» zählen vor allem Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, aber auch die Kosten für landwirtschaftliche Alterskassen, berufsständische Versorgungseinrichtungen und Rürup-Rentenversicherungen fallen in diese Kategorie.

Absetzbar sind in der Steuererklärung 2007 64 Prozent der anfallenden Kosten - maximal jedoch 12 800 beziehungsweise 25 600 Euro für Verheiratete.

Das hört sich nach einem Steuersparmodell an, tatsächlich aber
können vor allem Angestellte viel weniger absetzen, denn der
Abzugsbetrag wird noch gekürzt um den vollen Arbeitgeberanteil an der
Rentenversicherung. Wer also mit dem Chef im Jahr 2006 zusammen
insgesamt 6000 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt
hat, kann davon nur 720 Euro absetzen. Von den absetzbaren 3720 Euro
werden die 3000 abgezogen, die der Chef zugesteuert hat. Die Quote
liegt also tatsächlich bei nur 12 Prozent! Der einzige Trost: Bis zum
Jahre 2025 steigt der genannte Prozentsatz jährlich um zwei
Prozentpunkte und damit auch der absetzbare Höchstbetrag, der
tatsächlich absetzbar ist.

In den Zeilen 67 bis 74 des Hauptformulars geht es um die «anderen
Vorsorgeaufwendungen», die steuerlich berücksichtigt werden können.
Dazu gehören alle Vorsorgekosten, die nicht
Altersvorsorgeaufwendungen sind. In den meisten Fällen sind das die
Beiträge für die Arbeitslosenversicherung (gesetzlich wie privat),
Kosten für Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie
Ausgaben für alle Kapitalversicherungen, die vor dem 1.1.2005
abgeschlossen wurden. Der Haken: Die Kosten sind nur bis 1500 Euro
absetzbar, der Höchstbetrag steigt auf 2400 Euro bei allen, die ihre
Krankenversicherungsbeiträge alleine aufbringen müssen. Die Beträge
werden jedoch in aller Regel schon durch die Beiträge zur
Krankenversicherung erreicht, sodass alle anderen Versicherungskosten
sich steuerlich nicht mehr auswirken - damit gehen nach dieser
Berechung vor allem die Steuervorteile aus alten
Kapitalversicherungen verloren.

Um diesen Effekt abzumildern, hat der Gesetzgeber bis zum Jahr
2019 eine sogenannte Günstigerprüfung vorgesehen. Das Finanzamt prüft
dabei für jede Steuererklärung, ob die alte Regelung vor der
Rentenreform günstiger war - auf diesem Wege retten vor allem
Selbstständige ihre Steuervorteile aus alten Lebens- und
Rentenversicherungen. Mittlerweile hat der Gesetzgeber auch dafür
gesorgt, dass trotz der Anrechnung der alten Steuervorteile aus der
Zeit vor 2005 die Rürup-Beiträge zusätzlich anerkannt werden.

Neben den Vorsorgeaufwendungen werden die Beiträge zu
Riester-Verträgen gesondert gefördert. Entsprechende Eintragungen
machen Sparer in Zeile 75 des Hauptformulars und in der Anlage AV.
Zum einen geschieht das über die Zulagen, zum anderen können die
Beiträge als Sonderausgaben abgesetzt werden. Der Höchstbetrag lag
2007 bei 1575 Euro - vor allem Gutverdiener sichern sich so neben den
Zulagen weitere Steuervergünstigungen.

Ärgerlich dabei ist lediglich, dass nur unmittelbar
Anspruchsberechtigten dieser Betrag zusteht. Ist bei Ehegatten ein
Partner selbstständig und der andere unmittelbar berechtigt,
verdoppelt sich der Höchstbetrag also nicht. Der mittelbar
Berechtigte kann aber bei gemeinsamer Veranlagung den Höchstbetrag
des Ehegatten nutzen und mit ausschöpfen, wenn dessen Beiträge
inklusive der Zulagen niedriger als 1575 Euro sind.

Zwei Dinge müssen Riester-Sparer besonders beachten: Zum einen
sollten sie den Sonderausgabenabzug immer beantragen. Nur dann kann
das Finanzamt feststellen, ob sich für sie über die Zulagen hinaus
ein Steuervorteil ergibt. Außerdem sollten sie die Zulagen immer
beantragen, selbst wenn der Steuervorteil höher ist. Denn der
Steuervorteil wird nur über das hinaus bezahlt, was sie an Zulagen
ohnehin bekommen. Mit anderen Worten: Beantragen Sparer die Zulagen
nicht und bekommen den Sonderausgabenabzug gewährt, dann verlieren
sie einen Teil der Förderung.

(rheinmain)


 


 

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