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Entspannte Ex-Minister

Lautenschläger, Weimar und Metz genießen ein Leben mit und nach der Politik

(bo/dapd). Roland Koch, Karlheinz Weimar und Dirk Metz ließen gut gelaunt Köpfe rollen. Am Mittwochabend bereiteten die CDU-Politiker Seewolf-Filets zu bei einem Kochkurs im Wiesbadener Kochsalon Balzer. Fast auf den Tag genau drei Monate zuvor hatten die drei Herren ihre Ämter in der hessischen Regierung niedergelegt.

Der Ex-Ministerpräsident, Ex-Finanzminister und der Ex-Regierungssprecher zeigten sich gelöst: Auf sie warten entweder neue Aufgaben oder sie genießen ihren größeren Freiraum.

Drei Minister waren mit Roland Koch am 31. August aus dem Amt geschieden: Finanzchef Karlheinz Weimar, Arbeitsminister Jürgen Banzer und Umweltministerin Silke Lautenschläger (alle CDU). Beim Kochkurs am Mittwochabend fehlte einer: Jürgen Banzer hatte das alte Kabinett nicht freiwillig verlassen, sondern war von Kochs Nachfolger Volker Bouffier (CDU) nicht wieder zum Minister ernannt worden.

Nun hat Banzer noch sein Abgeordnetenmandat inne und wurde zuletzt mit der Leitung der Enquete-Kommission Migration und Integration betraut - ein Trostpflaster für den 55-Jährigen, der zuletzt auch von seinem Kreisverband nur mit 77 Prozent Zustimmung wieder für die Kommunalwahl im März 2011 aufgestellt wurde. Seine Distanz zu den ehemaligen Kabinettskollegen zeigte sich am Fehlen beim Kochevent - Banzer war nicht eingeladen.

Auch privat das Leben neu geordnet

Als erste hatte im Sommer Silke Lautenschläger ihr Ausscheiden bekannt gegeben: Am gleichen Tag, an dem Koch seinen Rückzug als Ministerpräsident verkündete, erklärte sie, sie sehe ohne Koch für sich keinen Platz mehr in der Regierung. Am 31. August nahm Lautenschläger dann in der letzten Reihe der CDU-Fraktion Platz - vorerst. Dass die einst als jüngste deutsche Ministerin angetretene Lautenschläger in der CDU-Fraktion nicht viele Freunde hatte, war ein offenes Geheimnis.

Schon im Herbst suchte sich die 42-Jährige denn auch einen neuen Arbeitgeber: Die frühere Sozialministerin wird zum 1. Januar Mitglied des Vorstands der Deutschen Krankenversicherung (DKV). Am Mittwochabend fehlte Lautenschläger beim Kochkurs - sie arbeite sich intensiv in ihren neuen Job ein, verriet ihr neuer Lebensgefährte Dirk Metz. Auch privat hat die Ex-Ministerin ihr Leben neu geordnet: Im August ließ sie sich in aller Stille von ihrem Mann scheiden, im November zog Metz in ihren Bauernhof in Modautal ein.

Weimar hat mehr vom Feierabend

Auch Kochs Sprecher Metz verließ mit seinem Freund Roland die Staatskanzlei. Die Hände in den Schoß legte der 53-Jährige erwartungsgemäß nicht. Metz machte sich als Kommunikationsberater selbstständig . Sein erster Großkunde ist der ins Schlingern geratene baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Metz führte seinen Gruß "Glückauf!" fortan in der Stuttgarter Staatskanzlei ein und coacht Mappus in Sachen "Stuttgart 21".

Eine Stunde dauerte eine telefonische Schaltkonferenz am Mittwochabend, einen Tag nach dem Schlichterspruch von Heiner Geißler. Der Spruch werde "viel zum Befrieden" der breiten Masse beitragen, meinte Metz: "Viele werden sagen, wir haben etwas erreicht." Dass der Slogan "Stuttgart 21 plus" von ihm stamme, wies er zurück: "Ich war das nicht!"

Die Politik lässt Metz also weiter nicht los - auch nicht die hessische: Er beobachte natürlich interessiert, was Kochs Nachfolger Volker Bouffier (CDU) so mache - und er telefoniere alle vierzehn Tage mit seinem eigenen Nachfolger, Michael Bußer, verriet Metz.

Da konnte der Senior der Runde nur entspannt lächeln. "Ich habe in den vergangenen drei Monaten meine Arbeitsleitung auf die eines normalen Arbeitnehmers reduziert", sagte der frühere Finanzminister Weimar: "Das empfinde ich als extrem angenehm." Weimar ist weiter Landtagsabgeordneter, dazu ist er bis Ende der Legislaturperiode Aufsichtsratschef des Flughafen-Managers Fraport. Das werde er auch weiter machen, "das macht schließlich Spaß", sagte Weimar. In die Wirtschaft wolle er aber nicht, betonte der 60-Jährige: "Dann hätte ich auch Minister bleiben können."

(dapd )


 


 

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1 Kommentar

von nkvrZltbUSFvCMzPyCh
06.08.12 11:35 Uhr
ywPoKYrIeGuLMx

Ich finde es bemerkenswert, dass so viele Frauen bgeogln und aktiv im Netz sind. Leider wird innerhalb der Blogosph re und auch nach au en hin in den Massenmedien diese gro e Zahl von Bloggerinnen nicht wahrgenommen. Unter den A-Blogs sind Sie haben es in Ihrem Beitrag schon erw hnt nur ein Drittel Frauen. Ranking-Plattformen verst rken diese Ungleichverteilung der Aufmerksamkeit des Publikums, indem Sie mit ihren Top 100-Listen die ffentlichkeit immer wieder auf die selben Blogs lenken, die zu den Filterblogs und nicht den lebensweltlichen Online-Tageb chern z hlen. Frauen befinden sich hier in der Defensive. Ein Thema, das gestern der Stuttgarter Zeitung ein Artikel Wert war. Unter der berschrift Nur wenige Frauen bauen mit am Web2.0 wurde auf die Diskrepanz hingewiesen, dass Frauen zwar im Internet aktiv sind, aber nicht in den Web2.0-Netzwerken mitwirken. Dem Artikel zufolge gab es 2008 schon 25 Barcamps, der Anteil der beteiligten Frauen lag hier bei 13%. Der Artikel weist deshalb auf eine Initiative hin, die Ende August in M nchen ein erstes organisiert. Die Anmeldeliste sieht recht illuster aus. Ich halte dies f r einen guten Weg. Frauen sollten sich st rker untereinander vernetzen und ber diese Netzwerke ihre Blogs und andere Aktivit ten massiver in das ffentliche Gespr ch bringen.W rde es ein solches Bloggerinnen-Netzwerk geben, dann h tte ich sicherlich schon viel fr her Ihr interessantes Weblog entdeckt ..

 

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