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Marktkonzentration

Immer weniger deutsche Weingüter

(bo/dapd). Die deutschen Weingüter durchlaufen einen tief greifenden Strukturwandel. Bei gleich bleibender Anbaufläche gibt es immer weniger Weinbaubetriebe, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) am Mittwoch in Mainz mitteilte.

Seit Ende der 90er-Jahre sei deren Zahl bundesweit um ein knappes Drittel auf 48.009 gesunken. "Wir erleben in den letzten Jahren einen enormen Konzentrationsprozess in der Weinbranche", sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Beschleunigt werde diese Entwicklung durch den Generationenwechsel, erläuterte die Institutschefin. Erfolgreiche Weingüter unter junger Betriebsführung übernähmen immer mehr aufgegebene Rebflächen. In der Statistik lasse sich dieser Trend daran ablesen, dass die Zahl der Betriebe mit mehr als fünf Hektar Anbaufläche in der zurückliegenden Dekade um 1,5 Prozent auf 6.000 gewachsen sei.

Am stärksten vollziehe sich die Marktkonzentration in den Anbaugebieten Mittelrhein, Rheingau, Mosel, Pfalz und Rheinhessen. Nur in der ostdeutschen Region Saale-Unstrut sei die Entwicklung gegenläufig. Mit 679 Betrieben würden dort 146 mehr als vor zehn Jahren bewirtschaftet. Allerdings vergrößerte sich der Anbau in der nördlichsten deutschen Weinregion im gleichen Zeitraum um 90 Prozent.

Die durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb schwanke von Region zu Region und hänge entscheidend davon ab, in welchem Maße diese maschinell bewirtschaftet werde, sagte Reule weiter. In Rheinhessen und in der Pfalz mit ihren meist flachen Lagen bewirtschafte ein Betrieb im Schnitt sechs bis acht Hektar Rebfläche. An der Mosel und am Mittelrhein, wo der Wein überwiegend in Steillagen wächst, liege die Anbaufläche pro Betrieb bei rund zwei Hektar. In Baden-Württemberg seien acht von zehn Weingütern genossenschaftlich vernetzt. Dass im Südwesten auf einen Betrieb durchschnittlich nur ein Hektar Fläche entfalle, liege daran, dass der Weinbau dort sehr oft als Nebenerwerb betrieben wird. In Sachsen werde der Weinbau vor allem von Hobbywinzern betrieben. Die durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb betrage darum nur 0,2 Hektar.

(dapd )


 


 

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