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Kontrolle der Finanzmärkte vereinbart

Weltfinanzgipfel einigt sich auf lückenlose Überwachung - Merkel zufrieden mit Ergebnis

(bo/ddp.djn). Der Weltfinanzgipfel in Washington hat sich am Wochenende auf eine Reform der globalen Kapitalmärkte verständigt. Angesichts der Finanzmarktkrise beschlossen die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten eine lückenlose Überwachung von Märkten, Produkten und Teilnehmern. Damit sollen die Transparenz und die Kontrolle der Finanzmärkte verbessert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

Der Gipfel sei eine «vernünftige und angemessene Antwort» auf die
Finanzmarktkrise. Man habe die richtigen Schritte zu einer «globalen
Wirtschaftsordnung und Aufsicht über die globalen Märkte geschafft»,
sagte Merkel zum Abschluss der Gespräche am Samstag in der
US-Hauptstadt. «Es ist das erste Mal, dass sich Schwellen- und
Entwicklungsländer in dieser Art und Weise zusammentreffen und auch
wirklich Nägel mit Köpfen machen.» Bis Ende März sollen nun rund 50
Maßnahmen umgesetzt werden. Ein weiterer G20-Gipfel soll Ende April
eine Zwischenbilanz ziehen, möglicherweise in London. Dann wird auch
der künftige US-Präsident Barack Obama dabei sein, der am Treffen in
Washington nicht teilnahm.

In der Abschlusserklärung heißt es, «es muss sichergestellt
werden, dass alle Finanzmärkte, Produkte und Teilnehmer reguliert und
überwacht werden müssen». «Eine globale Krise wie die Jetzige» dürfe
«sich nicht wiederholen» können. Der Gipfel sprach sich zudem
ausdrücklich gegen protektionistische Maßnahmen aus. Auch soll in der
Doha-Runde eine Einigung über den Abbau von Handelsschranken erzielt
werden.

Der scheidende US-Präsident George W. Bush sagte, die bisherigen
Vorschriften stammten aus dem vorigen Jahrhundert. Die
Finanzindustrie folge noch älteren Prinzipien. Jetzt komme es darauf
an, neue Regeln zu entwickeln, ohne den Finanzmarkt und seine
Fähigkeiten zur Erneuerung zu zerstören. Nötig sei vor allem mehr
Transparenz, damit die Investoren den wahren Wert dessen erkennen
könnten, was sie kaufen.

Verständigt hat man sich auf Bilanzierungsrichtlinien bei
komplexen Finanzprodukten. Auch gibt es Empfehlungen zu
Bonuszahlungen an Finanzmanager, um exzessive Auszahlungen zu
verhindern. Rating -Agenturen sollen künftig transparenter arbeiten
und besser überwacht werden, spekulative Hedgefonds stärker
reglementiert und Steueroasen zur Kooperation verpflichtet werden.
Auch die Eigenkapitalausstattung bei Risikoprodukten solle erhöht
werden. Die Grundsätze mahnen auch mehr Verbraucherschutz durch
bessere Information an. Nicht durchsetzten konnten sich die Europäer
dagegen mit ihrer Forderung nach einer stärkeren Rolle des
Internationalen Währungsfonds ( IWF ).

In der Abschlusserklärung sind auch selbstkritische Zeilen zur
Entstehung der Finanzkrise nicht ausgespart. Beim Streben nach
Höchstrenditen und der Schaffung immer neuer Finanzprodukte seien die
Risiken vernachlässigt worden. «Die Politiker, die Regulatoren und
die Aufsichtsbehörden in einigen fortgeschrittenen Ländern haben auf
den damit verbundenen Aufbau von Risiken für das Finanzsystem nicht
angemessen hingewiesen», hieß es weiter.

(rheinmain)


 


 

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