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Themenserie Wettbewerblicher Dialog

Der Wettbewerbliche Dialog in der Großstadt – Chance für Stadtumbau

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Unzählige Städte machen es regelmäßig vor: Im Zuge geplanter Stadtentwicklung schreiben sie ein Projekt aus, die eingereichten Vorschläge sind dann entweder zu teuer oder gefallen vom architektonischen Gesichtspunkt her nicht, potenzielle Investoren und die Stadt können sich nicht einigen – und das Projekt verläuft im Sande.

Es geht aber auch anders: „Mit dem Wettbewerblichen Dialog steht Städten seit 2005 ein Vergabeverfahren zur Verfügung, das von Anfang an auf Realisierung und Wirtschaftlichkeit ausgerichtet ist“, sagt Marion Schmitz-Stadtfeld von der NH ProjektStadt. Es kann sowohl für umfangreiche Einzelprojekte zum Zuge kommen – Beispiele hierfür sind die neue Coface Arena in Mainz oder der Neubau des Landtags Brandenburg – als auch für komplexe Innenstadtentwicklungen, wie z. B. die Neugestaltung der Hanauer Innenstadt oder die ‚Neue Mitte’ in Nidderau.
Der Wettbewerbliche Dialog ist kein starres Verfahren, er zeichnet sich im Gegenteil durch einen große Dynamik aus. Investoren bewerben sich mit einem Lösungsvorschlag für das ausgeschriebene Projekt und steigen dann in mehrere Dialogphasen mit der Stadt ein. Während dieser Dialogphasen werden die Entwürfe kontinuierlich weiterentwickelt und konkretisiert, bis sich das Angebot eines Bewerbers als das wirtschaftlichste und den Anforderungen der Stadt am besten entsprechende herauskristallisiert. Die so gefundene Lösung ist dann für beide Seiten optimal.

Der Wettbewerbliche Dialog stellt für Städte eine große Chance dar, eröffnet er doch Möglichkeiten einer integrierten Stadtentwicklung, die mit einem klassischen Vergabeverfahren nicht geschaffen werden können. Stadt und Investoren inspirieren sich während der Dialogphasen gegenseitig, das jeweilige Projekt profitiert von der Expertise aller beteiligten Parteien. In der Natur der Sache liegt es zudem, dass die Inhalte des Verfahrens bzw. der eingereichten Konzepte bis zu einem gewissen „Reifegrad“ geheim gehalten werden. Dadurch besteht im Verlauf des Verfahrens eine ständige Wettbewerbssituation und jeder der Bewerber ist kontinuierlich darum bemüht, seine Lösung im Sinne der Aufgabenstellung zu verbessern und an die Anforderungen aus der Projektbeschreibung so optimal wie möglich anzupassen.

Ganzheitliche Stadtentwicklung
Der Vorteil gerade bei größeren Projekten, die mehrere anspruchsvolle Einzelaufgaben umfassen (z. B. die komplette Neugestaltung eines Stadtzentrums mit den möglichen Themenkreisen Einzelhandel, Verkehr, Freizeit, Gestronomie, etc.), liegt auf der Hand: Über den Wettbewerblichen Dialog findet die Stadt einen Investor, der als Bauherr alle Einzelaufgaben innerhalb des Dialoggebiets übernimmt. Das Verfahren gewährleistet eine ganzheitliche Stadtentwicklung, sämtliche Einzelprojekte werden aus einer Hand realisiert. Umfasst das Dialoggebiet bereits bebaute Fläche, können im Zuge der Stadtentwicklung z. B. Bausünden aus früheren Jahrzehnten beseitigt oder Baulücken sinnvoll geschlossen werden. Über den Wettbewerblichen Dialog erhält der Auftraggeber die Chance, dem Erscheinungsbild seiner Stadt einen erheblichen Attraktivitätsschub zu geben – mit positiven Auswirkungen auf die örtliche und regionale Wirtschaft, auf den Zuzug von Einwohnern und somit auf ein Wachstum der Stadt.

Sabine Fauth

(Redaktion)



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