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Bundesschatzbriefe

Wilhelm Hankel glaubt nicht mehr an die eigenen Wertpapiere

Der Erfinder der Bundesschatzbriefe, Wilhelm Hankel, hat sich aus Unwillen über den Euro von seinen Papieren getrennt. "Dass dieses Papier ein Euro-Papier geworden ist, hat mich schon geärgert", sagte Hankel dem Anlegermagazin Börse Online.

Nach Einführung der Gemeinschaftswährung habe er deshalb seine Investments verkauft. "Ich wollte dem Bundesbürger ein sicheres, kursschwankungsfreies Mark-Wertpapier vermachen", sagte der frühere Leiter der Abteilung Geldpolitik im Bundeswirtschaftsministerium und verwies auf den Start der sogenannten Bundesschätzchen im Jahr 1969.

Auch seine anderen Vermögensdispositionen seien von seiner Euro-Aversion beeinflusst, sagte Hankel. Er investiere weder in Euro noch in Dollar, sondern nur in Währungen, "die ich für zukunftssicher halte". Dazu zählten Schweizer Franken, norwegische Kronen und die sogenannten kleinen Dollars aus Kanada, Australien und Neuseeland.
Das klassische Kriseninvestment Gold lehnt er hingegen ab. "Ich bin kein Goldfan", sagte Hankel im 'Börse Online'-Interview. Hinter der Goldhausse stecke ein Aberglaube aus früheren Zeiten. "Irgendwann, wenn der Aberglaube weicht, wird man feststellen, dass Gold überhaupt keinen Geldwert hat."

Der heute 82-jährige Hankel zählt seit Jahrzehnten zu den Euro-Kritikern. Er ist einer der Kläger im laufenden Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, bei dem es um die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirmes für Griechenland geht. Den ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche nannte Hankel einen "kleinen Schritt in die richtige Richtung" und fügte hinzu: "Die Ära Schäuble und dessen leichtfertiger Umgang mit Steuermilliarden, wenn Europa sie anfordert, geht zu Ende." Aus Hankels Sicht wäre der Euro zu retten, indem die Währungszone auf die stabilen Länder verkleinert wird. Bei der jetzigen Politik sei in Griechenland ein ähnliches Szenario wie in Deutschland 1933 möglich. Auf die Frage, ob dort ebenfalls eine Alleinherrschaft drohe, sagte Hankel gegenüber 'Börse Online': "Ich fürchte ja. Das Land hatte schon einmal eine Obristen-Diktatur."
Militärs hatten 1967 geputscht und die Macht bis 1974 inne.

(ots / Börse Online, G+J Wirtschaftsm)


 


 

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