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Winterfest

Hessische Zoos machen sich fit für den Winter

Jetzt werden in hessischen Zoos wieder Wärmelampen angeschraubt, Plastikvorhänge aufgehängt und Wasserrohre isoliert. Wie jedes Jahr bereiten sich die Mitarbeiter in den Einrichtungen auf den großen Kälteeinbruch vor. "Der Winter in einem Zoo ist immer auch ein Härtetest für Tiere, Menschen und Material", sagt etwa Zoo-Mitarbeiterin Heidrun Thinius vom Darmstädter Vivarium. Alles in allem werde man aber auch die kommenden Monate wieder überstehen, sagt sie. Auch wenn die Preise für Futter und Energie seit Jahren steigen.

Generell werde zurzeit dafür gesorgt, dass die Vogelhäuser schön warm bleiben. Neben dem Dauerbetrieb der Heizungen werden die Holzfronten der Verschläge durch Plastikabdeckungen abgedichtet, an Ein- und Ausgängen werden Vorhänge befestigt. Vor allem um die kälteempfindlichen Vögel aus exotischen Regionen der Welt müssen sich die Tierpfleger in den kommenden Monaten intensiv kümmern.

Einer von ihnen ist Peter Kimpel. Den einheimischen Tieren dürften Temperaturen von minus 15 Grad zwar wenig anhaben, anderen aber drohe Gefahr: etwa den Flamingos, wenn sich Eis auf den Gewässern bilde. "Es besteht das Risiko, dass die Füße der Tiere erfrieren", sagt der 55 Jahre alte Tierpfleger. Manche Vögel - etwa die Marabus - dürfen gar nicht mehr aus ihren Häusern, berichtet Kimpel, der den Tieren zurzeit auch fettreiches und mit Vitaminen angereichertes Futter verabreicht. Auch auf hungrige und damit gefährliche Eindringlinge wie Füchse, Marder oder Ratten müsse im Winter besonders geachtet werden. Das alles ist bereits Routine, schließlich gibt es das Vivarium mit seinen 15.000 Tieren in 150 Arten schon seit 1965.
Modernisierung senkt Stromkosten

Schließlich sollen die Temperaturen für die Tiere auch erträglich sein, ob sie nun in der Vogelhalle oder in den Aquarien- und Terrarienhallen leben. Das kostet immer mehr Geld. Die Ausgaben für Energie werden indes nur durch Modernisierungen geringer, wie die Zahlen des zuständigen Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) belegen.

So betrugen die Heizkosten im Jahr 2010 etwa 127.000 Euro. Im darauf folgenden Jahr lagen die Kosten schon bei 141.000 Euro, was nach Angaben der EAD nicht nur an den höheren Strompreisen lag, sondern auch am Neubau eines Tropenhauses. Indes, so der Darmstädter Eigenbetrieb, sei für das Jahr 2012 mit niedrigeren Ausgaben - etwa 130.000 Euro - zu rechnen, da durch den Bau eines Blockheizkraftwerks günstiger Strom hergestellt werden kann und verschiedene Dachsanierungen den Energieverbrauch senkten.
Strom verschlingt zwei Millionen Euro

Auch der Frankfurter Zoo kennt die Herausforderungen, die ein strenger Winter bereithält. Inklusive der steigenden Preise. So schlagen dort beispielsweise die Ausgaben für Energie insgesamt mit etwa zwei Millionen Euro zu Buche. Neben den Personalkosten ist das der größte Posten in dem elf Millionen Euro umfassenden Jahresetat des städtischen Zoos, wie Sprecherin Christine Kurrle sagt. Dass sich damit in dem 1858 eröffneten Zoo die Kosten für Energie im Vergleich zu 2002 nahezu verdoppelt haben, sei indes nicht nur steigenden Kilowattstunden und Benzinpreisen zu verdanken, gibt sie zu bedenken. Schließlich habe der Frankfurter Zoo in den vergangenen Jahren auch neue Anlagen gebaut. Allerdings liege es auch auf der Hand, "dass steigende Strompreise zu den hohen Ausgaben beitragen".

Allerdings sei es auch sehr teuer, kurzfristig in neue Gebäude zu investieren. Zumal viele Tierhäuser des Zoos noch gut in Schuss seien. "Es gibt in dem Bereich ja nicht eine Art Baukastensystem, da die Tiere individuelle Ansprüche haben", sagt Kurrle. Insofern seien Neubauten in einem Zoo technisch aufwendig und somit teure Investitionen. Komplizierte Probleme, etwa mit der Belüftung in den Tierhäusern und das damit verbundene Risiko der Schimmelbildung, müssten konkret in den jeweiligen Unterkünften gelöst werden, sagt Kurrle und gibt zu bedenken: "Die Kosten wären enorm und es würde sehr lange dauern, bis sich entsprechende Investitionssummen amortisiert hätten."

Von Stephen Wolf

(Redaktion)


 


 

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