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Abkühlung erwartet

Wirtschaftswachstum dürfte sich abschwächen

(bo/ddp.djn). Die deutsche Wirtschaft hat sich trotz der weltweiten Finanzmarktkrise im ersten Quartal dieses Jahres besser entwickelt als erwartet. Der Wirtschaftsweise Bert Rürup prognostizierte am Mittwoch ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent auf Quartalssicht. Für das Gesamtjahr 2007 sahen hingegen der Internationale Währungsfonds (IWF) und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und IWF eine deutliche Konjunkturflaute. Das HWWI rechnet für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Der IWF senkte wie erwartet seine Prognose für dieses Jahr auf 1,4 Prozent und für 2009 auf 1,0 Prozent.

Das HWWI begründete seinen Ausblick mit den Belastungen aus der amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise sowie dem dauerhaften Ölpreis- und Euro-Kursanstieg. Für das kommende Jahr erwartet das Institut ebenfalls ein Wachstum von 1,3 Prozent. Deutlich pessimistischer äußerte sich diesbezüglich der IWF . Er IWF rechnet, auch aufgrund der Lohnforderungen in Deutschland, nur mit 1,0 Prozent BIP im kommenden Jahr.

Im Gegensatz zu HWWI und IWF bestätigte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre bisherige Erwartung einer Zunahme des kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes um 1,8 Prozent im laufenden und um 1,6 Prozent im kommenden Jahr. «Infolge des Abbaus der Kapazitätsüberhänge und des starken Euro wird mit einem Anstieg der Importe und einem deutlichen Rückgang des Beitrags des Exportsektors gerechnet», erklärte die OECD.

Die Experten der Dresdner Bank erwarten nach eigenen Angaben für dieses Jahr ebenfalls ein reales Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Das entspreche der Prognose für den Euroraum. Die Weltwirtschaft werde trotz einer möglichen längeren Rezession in den USA um knapp 3,0 Prozent wachsen. In Deutschland rechneten sie 2009 - anders als die pessimistischere OECD - sogar mit 2,2 Prozent Wachstum. Ebenso wie die OECD geht die Dresdner Bank von einem zunehmenden privaten Konsum aus, der die sich insgesamt abschwächende Export- und Investitionsdynamik ausgleicht.

Laut Rürup wird die gute Entwicklung im ersten Quartal in Deutschland von der starken Bautätigkeit und der Produktion des produzierenden Gewerbe getragen. Im zweiten Halbjahr dieses Jahres sei dann aber vor dem Hintergrund der US-Schwäche eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Deutschland möglich, sagte Rürup. Dieser Meinung wollte sich Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) nicht anschließen: «Ich bin persönlich optimistisch, dass wir in diesem Jahr eine gute Entwicklung haben werden».

Laut Dresdner Bank setzt sich auf dem Arbeitsmarkt die Entspannung fort. Im Jahresdurchschnitt werde die Zahl der Arbeitslosen dieses Jahr unter 3,3 Millionen sinken. Für das laufende Jahr hält Glos eine Arbeitslosenzahl von unter drei Millionen für durchaus möglich. Dies werde allerdings auch davon abhängen, ob die Finanzmarktturbulenzen in ihren Auswirkungen doch noch negativ auf die Realwirtschaft durchschlügen.

Die Verbraucherpreise werden nach Schätzung der Dresdner Bank dieses Jahr aufgrund der hohen Nahrungsmittel- und Energiepreise um durchschnittlich 2,4 Prozent steigen. «Der optimistische Konsumausblick gründet sich auf die Annahme, dass die Inflation gegenüber ihrem bereits hohen Niveau nicht weiter anziehen wird», betonte die OECD. 2007 stiegen die Verbraucherpreise um 2,3 Prozent.

Genaue Daten zu der Wirtschaftsentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 15. Mai.

(rheinmain)


 


 

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