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Lebensmittel: Wie regional ist regional?

Wie regional sind die vermeintlich aus der Umgebung stammenden Lebensmittel in den Geschäften eigentlich wirklich? Vieles ist unklar, weniges geregelt. Eine neues Prüfsiegel könnte Abhilfe schaffen.

Wer zieht die geografische Grenze zwischen unserer Region und einem Bauernhof, der 100 km weit entfernt liegt? Verbraucher fühlen sich mehr und mehr verunsichert, welche „regionalen“ Produkte tatsächlich aus der engeren Umgebung stammen.

Wer als Verbraucher die Produzenten und Bauernhöfe in der eigenen Umgebung stärken will, kauft regionale Lebensmittel ein. So kann man davon ausgehen, dass alle Produkte nicht etliche Kilometer durch Deutschland gereist und demnach immer noch frisch sind. ARAG-Experten klären jedoch auf, dass viele der vermeintlich regionalen Produkte gar nicht aus der Region stammen, sondern teilweise mehrere Hundert Kilometer Transport hinter sich haben.

Das hängt auch damit zusammen, dass das Wort „regional“ auf den Verpackungen der Lebensmittel nicht geschützt ist. Es gibt keine rechtsverbindlichen Mindeststandards und kein amtliches Prüfsiegel. Der Handel hat die Freiheit selber zu definieren, was geografisch aus der Region kommt und was nicht.

Die Bundesregierung hat seit Anfang dieses Jahres nun ein offizielles Prüfsiegel für Regionalprodukte eingeführt. Das sogenannte Regionalfenster ist ein blau-weißes, viereckiges Logo, das auf die Verpackung aufgedruckt werden kann. Mittlerweile tragen rund 3.500 Lebensmittel von 550 Unternehmen dieses Siegel.

Um es zu erhalten, müssen sich die Hersteller zertifizieren lassen. Produkte, die nur aus einer Zutat bestehen, müssen zu 100 Prozent aus einer bestimmten Region stammen. Bei verarbeiteten Produkten wird die Herkunft der Hauptzutaten und der Verarbeitungsort des Produkts angegeben. Allerdings: Die Hersteller können selber entscheiden, ob sie das Siegel beantragen möchten oder nicht. Zudem ist es gesetzlich nicht geschützt. Bei Fleischprodukten muss das Tier nicht zwingend sein gesamtes Leben in der Region verbracht haben. Es genügt, wenn es den letzten Teil seiner Mast dort verbracht hat.

Verbraucher können sich daher nie zu 100 Prozent sicher sein, dass die gekaufte Kartoffel wirklich aus der Region stammt, wenn sie sie nicht direkt vom Bauernhof kaufen. Das Prüfsiegel jedoch ist eine erste Idee, um den Regionalmarkt besser definieren und auch kontrollieren zu können.

(Redaktion)


 


 

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