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Bewegtbild in der PR

dpa-Tochter news aktuell im Gespräch mit den Videoexperten Roman Mischel und Markus Walter

Bewegtbild im Internet boomt. Online-Videos spielen deshalb auch in PR und Kommunikation eine wichtige Rolle. Worauf kommt es aber bei der erfolgreichen Konzeption und Produktion von Unternehmensclips an? Die dpa-Tochter news aktuell sprach mit Videojournalist Roman Mischel und PR-Berater Markus Walter, über Imagefilme, Interviews und Zielgruppen.

news aktuell: Warum ist Bewegtbild für die PR heute so wichtig?

Markus Walter: Über die Hälfte aller Internetbenutzer lieben Online-Videos. Diese erzielen enorme Aufmerksamkeit und werden bei Gefallen weiterempfohlen. Bewegtbilder werden vom Zuschauer sehr gut erinnert, besser als beispielsweise ein Text oder ein Audio-Beitrag. Erweitert man nun die bisherige Kommunikation um Videos, lässt sich auf sympathische Weise Know-how vermitteln und der eigene Expertenstatus untermauern. Für Unternehmen sind Videos eine gute Möglichkeit, nachhaltig positive Emotionen bei der Zielgruppe zu wecken. Darüber hinaus erreicht man die Zielgruppe über mehrere Wege: Neben den Videoportalen wie YouTube binden auch redaktionell gestaltete Online-Portale Bewegtbilder ein. Über Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter und Co. kann zusätzlich auf die Videos aufmerksam gemacht werden.

news aktuell: Welchen Aufwand muss ich für ein PR-Video betreiben?

Roman Mischel: Das ist ganz unterschiedlich. Möchten Sie beispielsweise ein kurzes Interview aufzeichnen, um damit später eine Pressemitteilung anzureichern, bleibt der Aufwand überschaubar: Einen geeigneten Ort wählen, Kamera, Ton und Licht aufbauen, Bild einrichten, Ton pegeln, Fragen stellen, später das Material schneiden und in die gewünschten Distributionsformate ausspielen. Wer handwerklich und gestalterisch routiniert ist und die möglichen Fehlerquellen kennt, schafft das ungefähr in zwei bis drei Stunden. Wer häufig solche Interview-Videos produziert, sollte darüber nachdenken, es selbst in die Hand zu nehmen und in die notwendige Technik zu investieren, die einmalig einige tausend Euro kosten wird. Wer aber nur selten Videomaterial veröffentlicht, fährt sicher besser, wenn er auf einen Dienstleister zurückgreift.

Markus Walter: Egal wie hoch der Aufwand ist, den man betreibt: Es kommt vor allem auf die Verwertungskette an, damit sich ein PR-Video lohnt. Es ist wichtig, sich intensiv darüber Gedanken zu machen, für welche Einsatzzwecke ein Video gedreht wird und wo es zu welchem Zeitpunkt zum Einsatz kommen soll. Hierfür sollte man zunächst überlegen, welche Themen in einem bestimmten Zeitraum kommuniziert werden sollen und welche Videos dafür benötigt werden. Steht dies fest, kann man den Aufwand insofern gering halten, dass man beispielsweise ein Kamerateam für einen ganzen Tag bucht und dann gleich das Material für mehrere Themen, PR-Ideen und Termine produziert.

news aktuell: Wie ist die Akzeptanz von Video-Material in den Redaktionen?

Markus Walter: Verschiedene Studien zeigen, dass auch Journalisten bei ihrer Recherche verstärkt auf Videos setzen und diese sogar mit ihrer Online-Berichterstattung verknüpfen. Somit bieten Unternehmen, die bereits jetzt Bewegtbilder in ihrer Pressearbeit einsetzen, den Redakteuren zusätzliches Material und heben sich vom Wettbewerb ab. Wichtig ist, dass die Videos keinen werblichen Charakter haben dürfen. Inhaltlich können beispielsweise mit einem Statement Tipps gegeben oder Trends und aktuelle Marktentwicklungen aufgezeigt und kommentiert werden. Auch Erläuterungen zu neuen Technologien oder praktische Anleitungen sind gefragt.

news aktuell: Gibt es Unterschiede im Videomaterial für Endverbraucher?

Markus Walter: Generell sollte man sich in der Kommunikation immer auf die jeweilige Zielgruppe einstellen und beispielsweise Vorkenntnisse bei Fachthemen berücksichtigen. Wenn man von dieser Notwendigkeit absieht, sehe ich keine Unterschiede zwischen Endverbrauchern und Kunden im B2B. Das Video soll seinen Zweck erfüllen, also unterhalten, erklären, wichtige Informationen oder Einschätzungen vermitteln. Dabei ist eigentlich alles erlaubt. Tendenziell darf natürlich ein Video für den Endverbraucher ein wenig bunter, lauter und lustiger sein als das für professionelle Zwecke. Aber das ist nur ein Richtwert, denn auch im B2B werden die Videos für Menschen produziert, die ausgefallene Ideen und Darstellungen zu schätzen wissen und gerne Videos an Kollegen weiterleiten. Durch die hohe Akzeptanz von Social Media sieht man heute sogar sehr häufig viel beachtete und weiterempfohlene Videos im B2B, die sehr laienhaft produziert sind. Da sieht man dann: Wenn der Inhalt und die Message stimmen, kommen auch diese bei der jeweiligen Zielgruppe an!


 


 

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