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Cluster Umwelttechnologien.NRW

Keine Fördergelder mit der Gießkanne

Bei der Auftaktveranstaltung des "Clusters Umwelttechnologien.NRW" heute in Essen betonte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg gegenüber business on, dass das Ziel der neuen Standortagentur nicht das "Verteilen von Fördergeldern mit der Gießkanne" sei.

Vielmehr sollten durch das neue Cluster Innovationen und Kontakte in der nordrhein-westfälischen Umwelttechnolo­giebranche mit Hilfe von mehr Vernetzung, regelmäßige Veranstaltungen und Workshops gefördert werden. „Die Entwicklung und Verwendung neuer Um­welttechnologien hat positive Effekte für die Umwelt und sie sind ein Be­schäftigungsmotor. Die Nachfrage steigt weltweit“, betonte Uhlenberg bei der Veranstaltung im Casino des Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen.

Leitmarkt in Nordrhein-West­falen

Die Clustermanager von Roland Berger Strategy Consultants, die von der Grontmij DPU GmbH, dem Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung sowie der Dortmunder IKU GmbH unterstützt werden, unterlegen diese Einschätzung des Ministers: Die Umwelttechnologien haben laut einer heute vorgestellten und bisher noch nicht veröffentlichten Studie mit rund 45 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 250.000 Be­schäftigten das Potenzial, sich zu einem Leitmarkt in Nordrhein-West­falen zu entwickeln. Wobei - so Clustermanager Dr. Torsten Henzelmann, Partner bei Roland Berger Strategy Consultants, gegenüber business on - in NRW überdurchnittlich viel größere Firmen in diesem Segment aktiv sind. Liegt im Bundesdurchschnitt der Anteil von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Mio. Euro bei 12 Prozent, sind es in Nordrhein-Westfalen 16 %. Themen sind dabei vor allem auf Wasser- und Abwassertechnologie, Entsorgungstechnik, Luftreinhaltung, Bodensanierung, umweltfreundliche Produkte und Technologien zur Steigerung der Ressourceneffizienz.

Nach den Ergebnissen einer Befragung von mehr als 200 Umwelttechnikfirmen aus NRW sind derzeit mehr als drei Viertel der Branche mit der Geschäftsentwicklung überwiegend zufrieden und se­hen auch das kommende Jahr 2010 positiv. "Nordrhein-Westfalen ist in der Zukunftsbranche gut positioniert: Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent ist es das stärkste Bundesland vor Bayern und Baden-Würt­temberg", so Minister Uhlenberg im Gespräch. So kämen innovative Verfahren zur Wasseraufbereitung wie Membranverfahren aus der historisch starken Wasserwirtschaft des Landes. Und die Biotechnologie ermögliche neue Einsatzmöglichkeiten in chemischen Prozessen.

Auch im Ausland immer stärker gefragt

„Umwelttechnologien aus Nordrhein-Westfalen sind auch im Ausland immer stärker gefragt: 67 Prozent der Unternehmen planen, ihre Aus­landsaktivitäten zu erweitern und sich damit Märkte zu erschließen“, sagte Dr. Henzelmann. Ganz vorn stünden dabei die Nachbarländer Belgien, Nie­derlande und Frankreich, gefolgt von den großen mittel- und osteuropäi­schen Staaten wie Polen oder Tschechien. Beispiele für erfolgreiche Exporte seien Neuerungen der Biotechnologie, die in Umwelttechnik um­gesetzt werden. Außerdem würden modernste Mess-, Steuer - und Regeltechnikprodukte aus NRW in die ganze Welt exportiert.

„Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sind in Nordrhein-Westfalen eine Erfolgskombination. Diese Entwicklung will die Landesregierung weiter verstärken“, so Eckhard Uhlenberg. Das Cluster Umwelttechnolo­gien habe die Aufgabe, alle relevanten Akteure einzubinden. „Heute kann kaum noch ein Unternehmen alleine das Wissen generieren, das not­wendig ist, um Forschung und Entwicklung zeitnah in marktfähige Pro­dukte umzusetzen“, unterstrich Uhlenberg. Es sollten daher dichte Verbünde geknüpft werden mit einander ergänzenden Unternehmen, wissen­schaftlichen Einrichtungen und Akteuren wie Kreditinstituten oder Bildungseinrichtungen. „Nordrhein-Westfalen ist mit seiner dichten Infra­struktur und der hervorragenden Landschaft von Hochschulen, For­schungseinrichtungen und wissenschaftlichen Instituten dafür beson­ders geeignet“, so Uhlenberg.

Die Verteilung von Fördergeldern für Projekte - für die anderen 15 Cluster in NRW eine wichtige Aufgabe, die mit Hilfe von jährlichen Wettbewerben organisiert wird - steht im Bereich der Umwelttechnologien nicht so sehr im Mittelpunkt. Man wolle vielmehr - so der Minister - mit Hilfe des Clustermanagements Unternehmen bei der Erschließung von Auslandsmärkten unterstützen, gemeinsame Messeauftritte organisieren und die Kooperation untereinander stärken.

Einen Wettbewerb um immerhin 30 Millionen Euro Fördergelder hat das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen aber im Mai trotzdem gestartet: Im Rahmen von "Ressource.NRW" sollen bis 2013 innovative Ideen und Konzepte im Bereich Ressourceneffizienz finanziell unterstützt werden. Im Fokus stehen dabei verbesserte Prozessabläufe, die Verminderung von Ausschuss und Emissionen und andere innovative Technologien. Die Sieger des Wettbewerbs werden Anfang Dezember 2009 vorgestellt.

(Redaktion)


 


 

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