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Corona-Pandemie

Auch der Onlinehandel bleibt nicht verschont

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland bevh führt gerade zum sechsten Mal in Folge die Verbraucherbefragung "Interaktiver Handel in Deutschland" durch. Einige Zahlen für Januar bis März 2020 hat der Verband jetzt schon veröffentlicht – und diese zeigen deutlich, dass auch der Onlinehandel stark unter der Corona-Pandemie leidet. Aber es gibt auch Ausnahmen: Der Onlinehandel mit Lebensmitteln und Medikamenten erlebt einen starken Aufschwung.

In der Studie werden von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen, beispielsweise im Bereich Reisen oder Ticketing, befragt. Das Endergebnis der Studie wird Anfang 2021 nach Abschluss der Umfrage veröffentlicht. Die jetzt vorgestellten Zahlen basieren auf der Auswertung der Monate Januar bis März 2020. Und diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Um fast 20 Prozent ist der E-Commerce im März 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Einzig die Kategorien, die auch im Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten zum Teil deutliche Zuwächse verzeichnen: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- beziehungsweise Baumarkt-Sortimente. Damit sind fast alle Zuwächse, die der Onlinehandel im Januar und Februar erzielt hatte, vernichtet worden.

Lebensmittel und Medikamente mit starkem Umsatzplus

Der Onlinehandel stagnierte zwischen Januar und März mit einem geringen Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2019 nahezu. Das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres lag damit deutlich unter den starken Vorjahreswerten von 11,2 Prozent. Die Kunden kauften im Onlinehandel zwischen Januar und März 2020 Waren für 16.482 Mio. Euro ein (Vorjahresquartal: 16.244 Mio. Euro). Im 1. Quartal 2020 lag das Wachstum in der Kategorie Lebensmittel bei 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 361 Mio. Euro (2019: 282 Mio. Euro). Allein im Monat März betrug die Steigerung 55,8 Prozent. Medikamente wurden im 1. Quartal 2020 für 227 Mio. Euro (2019: 171 Mio. Euro) gekauft. Hier stieg der Umsatz im Monat März um 88,2 Prozent. Im absoluten Wachstum war diese kleine Warengruppe somit Spitzenreiter.

Umsatzeinbruch im März

Im Januar und Februar konnten die E-Commerce-Umsätze insgesamt noch um 8,8 Prozent auf 12.856 Mio. Euro zulegen. Zahlreiche Kategorien zeigten sich nach jahrelangem Wachstum ungebremst mit über 10 Prozent im Plus. Auch die großen Kategorien Bekleidung (+9,5 Prozent), Unterhaltungselektronik (+8,9 Prozent) und Computer/Zubehör (+9,6 Prozent) zeigten weiter eine sehr dynamische Entwicklung. Im März brach dann der Umsatz über alle Kategorien hinweg um 18,1 Prozent ein. Das Bekleidungssegment stürzte sogar um mehr als 35 Prozent ab. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 Prozent, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 Prozent.

"E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus. Die Behauptung, der E-Commerce würde pauschal als 'Gewinner' aus der Corona-Pandemie hervorgehen, ist schlicht falsch", so Gero Furchheim, Präsident des bevh. "Richtig ist aber, dass die Chancen des E-Commerce für die Versorgung der Kunden und die Geschäftsmodelle des Einzelhandels neu erlebt werden."

(Redaktion)


 


 

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