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Datenqualität

Adam Riese soll GEZ-Gebühren zahlen

Da hat sich die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) aber verrechnet. Der Mathematiker Adam Riese, von dem sie Rundfunkgebühren will, ist schon seit 1559 tot. Mangelnde Adressdatenqualität hat fatale Folgen.

Adam Ries hätte sich vermutlich im Grab herumgedreht, wenn er diese Posse mitbekommen würde. Denn der 30. März 1559 verstorbene Rechenmeister, auch bekannt als Adam Riese, bekam schon zum wiederholten Mal Post von der Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Im ersten Schreiben an das Adam-Ries-Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus im sächsischen Annaberg-Buchholz wurde der Mathematiker aufgefordert, nun endlich seine Rundfunkgeräte anzumelden. 

Einmal kann ein solcher Fehler bei einer veralteten Datenbasis schon einmal passieren. Dass er sich aber trotz Klarstellung beim ersten Mal wiederholt und „Herr Adam Ries" in einem Schreiben vier Jahre später erneut aufgefordert wird, seine 53,94 Euro an Rundfunkgebühren für das erste Quartal zu entrichten, ist schon skurril. Man könnte darüber lachen, wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre.

Viele Unternehmen verrechnen sich

Denn nicht nur die GEZ hat sich im Fall Adam Riese verrechnet. Auch viele Unternehmen tun dies. Fehler in ihren Adressdatenbanken verursachen – so eine Studie von The Datawarehouse Institut (TDWI) – alleine in den USA jährlich Wirtschaftsschäden von rund 600 Milliarden Dollar. Würde man diese Zahlen auf Deutschland umrechnen, entspricht das einer Belastung von zirka 186 Milliarden Euro. Veraltete oder unvollständige Kundendaten sind beispielsweise der Grund für Irrläufer, Mehrfachauslieferungen und erschwerte Kundenkommunikation.

Etwa 8 Mio. Umzüge und 840.000 Sterbefälle pro Jahr in Deutschland führen zu Adressänderungen, 370.000 Hochzeiten und 190.000 Scheidungen bringen oft Namenswechsel mit sich. Hinzu kommen jährlich Tausende von Änderungen bei Straßennamen, Postleitzahlen und Orten. Doch auch bei den Firmen ist alles im Fluss: Alle sieben Minuten zieht ein Unternehmen um, alle zehn Minuten wird eine Insolvenz angemeldet und alle zwölf Minuten fusionieren zwei Betriebe.

Dass sich diese permanenten Veränderungen auf die Datenqualität auswirken, liegt auf der Hand. Schätzungen besagen, dass eine gut gepflegte Datenbank zwischen zwei und zehn, eine schlecht gepflegte zwischen 20 und 30 Prozent Dubletten enthalten. Solche Fehler verursachen hohe Kosten - beispielsweise in Form von Streuverlusten, weil ein Kunde bei einem Mailing mehrere Zusendungen erhält, der Kunde aber allenfalls einmal kauft.


 


 

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