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Der Kulturspaziergang

Kunst als interkulturelle Kommunikationsform

Im Rahmen des Projektes „Kunst gemeinsam gestalten“ lud die Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch e. V. (GeKA e. V.) zu einem Diskussionsabend zum Thema „Kunst als interkulturelle Kommunikationsform“ ein, der am 27. September 2016 in den Räumlichkeiten der Stiftung Mercator in Essen stattfand.

Es diskutierten Prof. Dr. Yu Zhang (Präsidentin der GeKA e. V.), Prof. Dr. h.c. Shan Fan (Präsident der Brand Academy, Professur für interkulturelle Kunst), Dr. Hans-Jürgen Lechtreck (stellvertretender Direktor Museum Folkwang) und Jörg Mascharrek (Lehmbruck Museum). Das Gespräch wurde moderiert von Andreas Schmid (Künstler, Kurator und Experte für zeitgenössische Kunst in der VR China).

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem kleinen Film über eine Gruppe von 16 jungen Künstlerinnen und Künstlern aus China und Deutschland, die im Rahmen des Projektes „Kunst gemeinsam gestalten“ zur Zeit in Berlin im ehemaligen Frauengefängnis Lichterfelde leben und arbeiten.

Kunst als interkulturelle Kommunikationsform beziehungsweise als Kommunikationsmedium bedarf jedoch durchaus auch der Vermittlung. Dies geschieht einmal durch Kunstvermittlung in den Museen und Ausstellungen, aber auch die Selbstvermittlung durch den Künstler oder die Künstlerin ist ein Weg. Kunst kann Denkanlässe bieten, zwischenmenschliche Beziehungen stiften und zu Gesprächen anregen. Hintergrundwissen über die Kultur, die Traditionen, die Gesellschaft, die Identität der Künstlerpersönlichkeit muss jedoch vermittelt werden. Hier ist Sprache als Medium unerlässlich.

Ist die Kunst überfordert? Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig darüber, dass gerade von der Kunst und den Künstlern aus China mit der Erwartung zur Kunst auch eine politische Haltung zu liefern, eine Überforderung stattfindet.

In China steigt, nach einer Zeit der stiefmütterlichen Behandlung der zeitgenössischen Kunst, die Zahl der Museen enorm. Großartige Architektur, von ausgezeichneten Architekten entworfen, entsteht im ganzen Land. Noch fehlt es jedoch an Konzepten und Sammlungen. Besser sieht es bei den privaten Museen und Sammlungen aus. Es ist ein großes Interesse da. Doch eine solche Entwicklung braucht Zeit.

Die KünstlerInnen, die an diesem Austausch teilnehmen, der Gegenbesuch in Beijing findet im Frühjahr 2017 statt, waren anwesend und wurden nach ihren Erfahrungen mit der interkulturellen Kommunikation befragt. Song Kun betonte, dass die Frage nach den Unterschieden die interessante ist und man weniger nach Gemeinsamkeiten geforscht hat. Katharina Lüdicke erzählte, dass die gemeinsame Sprache Englisch ist und das Leben in der Gemeinschaft, Kochen, in die Kneipe gehen das Kennenlernen fördert, die künstlerisch Arbeit jedoch allein stattfindet.

Der erste Schritt zur interkulturellen Kommunikation ist das Interesse füreinander, Kunst ein wunderbares Medium.

(Ulrike Liedtke)


 


 

Kulturspaziergang
Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch GeKA
Stiftung Mercator Essen
Prof. Yu Zhang
Prof. Dr. h.c. Shan Fan
Dr. Hans-Jürgen Lechtreck
Jörg Mascharrek
Lehmbruck Museum
Andreas Schmid
Song Kun
Katharina Lüdicke

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