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Der Kulturspaziergang

Richard Deacon – Drawings and Prints 1968 - 2016

Das Essener Museum Folkwang zeigt vom 26. August bis zum 13. November 2016 die erste umfassende Schau des grafischen Werks von Richard Deacon. Der Turner-Preisträger ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Bildhauer und seit vielen Jahrzehnten ein leidenschaftlicher Zeichner.

Museum Folkwang, zehn Uhr, ich bin die erste Besucherin in dieser faszinierenden Ausstellung. Der erste Rundgang, fast allein mit den Werken Richard Deacons. Das erste Werk bevor man die Räume betritt ist Big Screen (2016), eine Wandzeichnung, die Deacon für diese Ausstellung konzipiert hat. Indem man durch die Räume schreitet und die Zeichnungen, Collagen, Druckgrafiken und plastischen Arbeiten betrachtet, erhält man einen Überblick über eine fast fünf Jahrzehnte anhaltende Schaffensphase, in der neben den Skulpturen, über 1.000 Arbeiten auf Papier und ca. 200 Skizzenbücher entstanden sind.

Dies ist die erste Ausstellung, die einen repräsentativen Überblick über das zeichnerische Werk Deacons gibt, entstanden in „vertrauensvoller Zusammenarbeit“ mit dem Künstler und Julian Heynen, dem Kurator, wie Tobia Bezzola, der Direktor des Museums Folkwang, erklärt. „Eine tiefschürfende Ausstellung“. Es sei schwierig gewesen, einen Ort für diese Schau zu finden, da die Bedeutung von Zeichnungen häufig unterschätzt würde, erzählt Julian Heynen.

Nicht Fragen des Stils bzw. der Handschrift des Künstlers werden hier beleuchtet. Das Zeichnen als künstlerische Denkweise, die Bearbeitung von Fragestellungen, die Recherche zu Dingen und Ideen, das Experiment – Ende offen, sind hier zu betrachten. Wie Julian Heynen es ausdrückt, man kann dem Künstler beim Denken zusehen. Zeichnen kann beim Denken helfen, ist Medium für das Denken, es kann eine Erkenntnishilfe sein, erklärt Deacon.

Wann zeichnet Deacon? „Wenn ich will und wenn ich muss, wenn ich eine Fläche finde, die mir gefällt.“ Da Zeichnen ein sehr sinnlicher Vorgang ist, spielen die taktilen Oberflächen - Papier, Stoff, Gips, Glas, Haut oder etwas anderes -, ebenso eine Rolle wie die Instrumente - Federhalter, Farbstift, Filzstift, Stöckchen, Finger etc. – und die aufgetragenen Materialien - Grafit, Tinte, Kreide.

Die Zeichnungen von Bildhauern geben häufig Einblicke in die Genese eines Werkes. Der Entstehungsprozess von der schöpferischen Intuition bis zur praktischen Umsetzung wird sichtbar. In dieser Ausstellung sind Skizzen und Entwurfszeichnungen ebenso zu sehen wie autonome Zeichnungen zur Klärung künstlerischer Fragen.

Deacon wurde 1949 in Wales geboren und studierte unter anderem an der St. Martin's School of Art und am Royal College of Art. Dort gehörte er bereits sehr früh zu den kreativsten Künstlern des UK zusammen unter anderem mit Tony Cragg. Von 2009 bis 20015 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und wieder Kollege von Cragg, der von 2009 bis 2013 dort Rektor war.

Zur Ausstellung ist ein sehr schöner Katalog erschienen, dessen Entstehen von Tobias Burg, dem Kurator der grafischen Sammlung, betreut wurde. Ein umfangreiches Begleitprogramm wird parallel zur Ausstellung angeboten.

Bis zum 13. November 2016

Museum Folkwang

Museumsplatz 1
45128 Essen

(Ulrike Liedtke)


 


 

Kulturspaziergang
Richard Deacon
Ausstellung Drawings and Prints 1968 – 2016
Museum Folkwang Essen
Kurator Julian Heynen
Direktor Tobia Bezzola
Tony Cragg. Von 2009 bis 20015 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und wieder Kollege von Cragg

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