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Die Jamin-Kolumne: Auf einen Cappuccino

#2018 Ende mit Sex!

Unser Kolumnist Peter Jamin hat sich für das Neue Jahr viel vorgenommen. Die Redaktion wünscht ihm alles Gute und vor allem einen eisernen Willen...

Liebe Frauen! Ich möchte euch hiermit mitteilen, dass ich ab sofort nicht mehr für sexuelle Annäherungen und weitergehende intime Streicheleinheiten oder gar dominante Handgreiflichkeiten zur Verfügung stehen werde. Ende mit Sex!

Das mit der #Sexualität zwischen fremdem Mann und fremder Frau ist mir, ehrlich gesagt, zu heiß geworden. Nicht wegen des Sex', sondern wegen möglicher juristischer Folgen.

Im Zweifel vor den Kadi

Ich möchte nicht vor Gericht landen, weil ich mich sexuell ungebührlich benommen haben könnte. Die #MeToo Bewegung finde ich grundsätzlich ja gut. Allerdings besteht die große Gefahr, dass es nun verstärkt zu Auswüchsen kommt. Da landet man als Mann oder frau als Frau schnell vor dem Kadi, weil man oder frau ein aufmunterndes "Ich will" vielleicht falsch interpretiert hat. Schließlich ist es fast immer ein Problem zu beweisen, dass ein dem zustimmenden Nicken folgender Akt einvernehmlich stattgefunden hat.

Bisher habe ich mir nie eine schriftliche Genehmigung vorher geholt. Und auch hinterher nicht. Aber es scheint notwendig zu werden. Es geht inzwischen nicht mehr nur darum, immer ein Kondom parat zu haben. In Schweden wird jetzt ein Gesetz vorbereitet, das Männer verpflichtet, vor dem Sex die Frauen ausdrücklich um Erlaubnis zu bitten. Andernfalls droht eine Verurteilung wegen Vergewaltigung.

Sex nur mit Unterschrift

Aber was bedeutet diese "ausdrückliche Erlaubnis"? Wie soll ich beweisen, dass ich die drängende Erlaubnis hatte einer Frau unter den Rock zu fassen? Das geht doch nur mit einer schriftlichen Bestätigung.

Ich bin ziemlich sicher, dass es bald Word-Vordrucke für entsprechende Formulare geben wird, die sich spontan Verliebte noch schnell vor dem ersten Mal im Internet herunterladen können. Es dürfte auch nicht lange dauern, bis es eine App gibt, auf der eine Frau per Fingerabdruck bestätigen kann, dass sie bereit für mehr ist und freiwillig den Geschlechtsakt ausüben möchte.

Aber wie erotisch ist das denn? Wenn ich, bevor meine Hände zum Intimbereich streicheln, erst einmal das iPhone zücken und die App zum Fingerabdruck hinhalten muss?! Da hat man ja nur noch eine Hand frei!

Ausnahme vom Ende mit Sex

Bevor nun auch in Deutschland die Gesetze verschärft werden und unser intimes Zusammensein juristisch sauber geregelt wird, gebe ich freiwillig den Stab ab. Ich kenne mich aus. Schließlich habe ich vor einigen Jahren gemeinsam mit dem Urologen Prof. Dr. @ThomasVögeli ein Sachbuch zur Sexualität des Mannes "Männer wollen immer. Frauen können immer" (Verlag mvg) geschrieben.

Auch wenn @BeateUhse Konkurs angemeldet hat - irgendwie werde ich mich in Zukunft allein und ohne Sexgefährtin durchschlagen. Mein Vorsatz für das Neue Jahr: Ende mit Sex.

Ich werde nur dann eine Ausnahme in Sachen #Sex machen, wenn eine Frau in einem meiner Stammlokale in #Düsseldorf-Oberkassel (das sind: #Sassafras, #Pauls, #Colette und #ChateauRikx) beim Wirt eine Generalvollmacht mit notarieller Bestätigung hinterlegt, dass ich ohne strafrechtliche Folgen zupacken darf, wenn man mich anflirtet.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino...

                                                                  Ihr Peter Jamin

(Peter Jamin)


 


 

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