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Digitale Transformation

Logistik Startup: So steht es um die Szene

Auch in der Logistik sorgen Startups für Bewegung – mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen. In Duisburg richtet der Hafenbetreiber eigens eine Villa für Logistik Startups ein, in Berlin findet im Oktober ein wichtiger Startup-Termin auf dem DLK statt. So steht es um die Szene.

An markigen Sprüchen mangelte es auf dem diesjährigen Zukunftskongress Logistik in Dortmund nicht. „Man muss kein Sabbatical im Silicon Valley machen und sich einen Hipster-Bart wachsen lassen. Wir fahren mit einem Bus durchs Ruhrgebiet und schauen uns ein paar gute Beispiele für Logistik 4.0 an. Das ist sinnvoller“, sagte etwa Prof. Dr. Michael Henke, Leiter des Dortmunder Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML). Und sein Kollege Prof. Dr. Michael ten Hompel ergänzte: „Die Hipsterrunde im Café am Potsdamer Platz in Berlin wird garantiert keine Enterprise-Software produzieren“.

Duisburger Binnenhafen richtet Villa für Logistics Startups ein

Wenn die Logistik-Gurus auf Tour im Ruhrgebiet gehen, können sie demnächst eine alte Villa in Duisburg-Rheinhausen besuchen, die der Hafenbetreiber duisport gekauft hat und gerade renoviert. In diesem Zentrum für Logistics Startups sollen junge Leute mit freiem Kopf an neuen Verfahren in der Logistik arbeiten können. „Die gesamte Logistikbranche kann gute Ergebnisse künftig nur mit Hilfe intensiver Digitalisierung erreichen“, sagte Hafenchef Erich Staake bei der Ankündigung anlässlich des 300-jährigen Bestehens des größten Binnenhafens der Welt. Die Industrie müsse sich mit neuen Geschäftsmodellen und Herstellungsverfahren vertraut machen – und die Logistik sei herausgefordert, ihre Dienstleistungen an diese Veränderungen anzupassen, in konkreten Einzelfällen auch selbst als Treiber einer gemeinsamen Digitalisierungsstrategie aufzutreten.

Wir wollen Gründerfirmen mit erfolgreichen Industrieunternehmen vernetzen“, sagte Staake. Nicht weit vom Dortmunder Fraunhofer IML ist das schon Realität. Hier direkt am Phoenixsee auf dem ehemaligen Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Dortmunder Stadtteil Hörde hat das Startup catkin seinen Sitz und entwickelt dort als Logistics Startup das gleichnamige digitale Auftragsportal. Als universelle Plattform für die Transportlogistik fungiert es für alle Beteiligten der Logistikkette als Kunden-, Mitarbeiter- und Dienstleisterportal. Durch die sichere Vernetzung von Auftraggebern, Auftragnehmern und mobilen Personalen werden Effizienz erhöht, Kosten eingespart und Disponenten entlastet.

Logistik 4.0 macht die vernetzte Suppy Chain intelligenter

Die Logistik ist hierzulande der drittgrößte Wirtschaftsbereich nach Handel und Automobilindustrie. Unter dem Schlagwort „Logistik 4.0“ – dem Pendant zu „Industrie 4.0“ ­ versuchen junge Unternehmen, die Logistikkette intelligenter zu machen. Vernetzte Systeme sollen dazu beitragen, das Supply Chain Management zu optimieren. Die Ziele: Schnellere Lieferungen zu günstigeren Preisen mit weniger Umweltbelastung. Möglich machen sollen dies Digitalisierung, Automatisierung und moderne Verkehrskonzepte wie multimodales Routing.

Allerdings stellt der multimodale Gütertransport – also die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel zum Bewegen von Waren vom Ausgangsort ans Ziel – die Anbieter vor große Herausforderungen. So muss etwa der mechanische Umschlag der Güter so organisiert werden, dass die verwendeten Container oder Behälter für alle genutzten Verkehrsmittel tauglich sind. Auf der IT-Ebene gilt es, Daten unterschiedlicher Logistik-, ERP- und Verkehrssteuerungs-Systeme auszutauschen und zusammenzuführen. Eine Voraussetzung für den Erfolg ist aber auch: Jeder Teilnehmer der Transportkette muss einen Nutzen aus der Vernetzung haben. Nur, wenn alle Beteiligten profitieren, lassen sich effizientere Konzepte in der Realität umsetzen.

Viele der großen Player im Logistikgeschäft setzen dabei auf junge, dynamische Logistics Startups, um dabei schneller Fahrt aufzunehmen: Etwa DB Schenker, DHL oder der LKW-Bauer MAN. Und auch Investoren wie Rocket Internet entdecken die Transportbranche. „Die Digitalisierung steht in der Logistik noch ganz am Anfang. Es gibt noch Bereiche der Logistik, in welchen man kaum Startups mit innovativen Lösungen findet. Das wollen nun die bekannten Gründer-Brüder Heilemann und Samwer für sich nutzen und gehen mit eigenen Logistik-Startups ins Rennen“, berichtet das Logistik-Watchblog. Vorbild sind Logistics Startups aus den USA wie Convoy, TruckerPath oder Keychain Logistics, die mit Hilfe von Smartphone-Apps LKW-Leerfahrten minimieren wollen. An zahlreichen Gliedern der Lieferkette sind Logistik Startups bereits fleißig dabei, disruptive Geschäftsmodelle zu entwickeln oder zumindest für eine erhöhte Markttransparenz zu sorgen.


 

 

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