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Michael Schiller (Essen)

Dreidimensionale Anwendung für Flickr-Fotos

Das Essener Internet-Systemhaus Trafo2 setzt Maßstäbe für die automatische Konvertierung von 3D-Bildformaten im Web. Mit "schillr.com" hat Trafo2-Gesellschafter Michael Schiller eine Plattform geschaffen, auf der sich 3D-Fotos unterschiedlicher Formate in das für den Betrachter optimale Format konvertieren lassen.

Seit Oktober 2008 hat das Internet mit tatkräftiger Unterstützung der Webspezialisten von Trafo2 aus Essen einen Schritt weiter in Richtung Dreidimensionalität gemacht. Auf  "schillr.com" - einem Projekt von Trafo2-Gesellschafter Michael Schiller - lassen sich 3D-Fotos unterschiedlicher Formate in das für den Betrachter optimale Format konvertieren. Das Projekt ist nach einer Betaphase von zehn Monaten nun auch offiziell freigegeben.

Eine weltweit engagierte 3D-Community hatte Trafo2 in dieser Phase mit ergänzenden Ideen unterstützt. Das technisch innovative 3D-Fotoportal liest über eine Schnittstelle sämtliche auf das Fotoportal flickr.com hochgeladene 3D-Fotos ein. Sie erkennt dabei automatisch das verwendete 3D-Format.

Blick durch die passende 3D-Brille

Die so eingelesenen Fotos können dann vom Nutzer komfortabel in beliebigen anderen 3D-Formaten angezeigt werden. Die Palette reicht von Anaglyph-Formaten für die bekannteste Art der Darstellung mit rot-cyan-Brillen, über Anaglyph für blau-orange-Brillen, Kreuzblick, Parallelblick, Wackelbild (Wiggle) sowie eine Monoversion, bei der nur eines der beiden Halbbilder angezeigt wird.

Michael Schiller, Gesellschafter Trafo2 und Initiator des Projektes zum dreidimensionalen Web: "schillr.com hat sich schnell vom Proof of Concept zur ernsthaften Herausforderung entwickelt. Dabei ist es uns gelungen, mit modernen Web-Technologien Verfahren zu reproduzieren, die noch vor Kurzem ein Fotostudio erfordert hätten. So ist es auf schillr.com unter anderem möglich, Anaglyphen-Bilder so zu separieren, dass sie in die beiden ursprünglichen Einzelbilder zurückkonvertiert werden können. Die Erfahrungen, die wir in diesem Projekt gesammelt haben, kommen natürlich den Kunden von Trafo2 zugute. 3D hat sich in den letzten Monaten zu einem Top-Thema entwickelt. Wir werden dieses Know-How in Zukunft in Kundenprojekten nutzen. Dabei sind von der 3D-Visualisierung im Internet über 3D-Animationen für den Messeeinsatz bis hin zur Verwendung auf Displays zahlreiche Einsatzmöglichkeiten denkbar."

Weltweiter Technologievorsprung

Stolz sind die Essener Internet-Spezialisten von Trafo2 über ihren weltweiten Technologievorsprung. Michael Schiller: "Seit wenigen Tagen experimentiert auch Youtube mit einer Funktion, die eine Ähnlichkeit mit den Features von schillr.com hat. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Projekt als kleines Unternehmen hier ganz offensichtlich Ideengeber für einen Weltmarktführer waren."

3D-Fotos bestehen aus zwei Einzelaufnahmen, die aus unterschiedlichen Perspektiven erstellt werden. Diese werden dann so miteinander kombiniert, dass sie zusammen das 3D-Bild ergeben. Hierbei gibt es zahlreiche unterschiedliche Betrachtungsformate. Die wohl bekannteste 3D-Aufnahmetechnik ist das sogenannte Anaglyph-Verfahren. Bei dem Verfahren, das bereits 1853 von Wilhelm Rollmann entwickelt wurde, werden zwei Bilder über die Mischung der Farbkanäle miteinander verwoben. Der Betrachter muss für den 3D-Effekt eine Rot-Cyan-Brille aufsetzen. Diese Brille separiert die Farben und ordnet die Einzelbilder dem jeweiligen Auge zu. Nachteil: die Farbseparation verfälscht den Farbeindruck des Originals.

Weitere Betrachtungsmöglichkeiten sind der Kreuz- oder Parallelblick. Der Betrachter muss - ähnlich wie bei den in den Neunzigern populären Magic-Eye-Bildern - auf die beiden nebeneinander stehenden Einzelbilder schielen. Die beiden Bilder legen sich übereinander. Das 3D-Bild entsteht im Gehirn des Betrachters. Diese Technik muss geübt werden und erfordert etwas Augenakrobatik. Wer den freien Blick nicht beherrscht, kann einen Linsenbetrachter zu Hilfe nehmen - ein sogenanntes Stereoskop. Der entscheidende Vorteil bei dieser Betrachtungsweise ist, dass das 3D-Bild ohne Farbverfälschung angeschaut werden kann.

Wer weder eine 3D-Brille zur Verfügung hat, noch ein Stereoskop und auch den freien 3D-Blick nicht beherrscht, kann auf schillr.com über die Wackelbild-Funktion (Wiggle) die 3D-Wirkung erahnen. Diese Funktion ersetzt nicht den echten räumlichen dreidimensionalen Eindruck. Wenn das Ursprungsbild aber gut geeignet ist, kann auch die Betrachtung dieses Formates spannend sein.

(Redaktion)


 

 

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