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40 Jahre Enpasskonzentrierte Strategie

Engpasskonzentrierte Strategie · Geheimtipp unter den Strategielehren

Nicht die Menge unseres Einsatzes bestimmt über unseren Erfolg, sondern der kluge Einsatz der Kräfte an den richtigen Hebeln

business-on: Spezialisierungsstrategien gelten als gefährlich und einseitig - wie ist Ihre Meinung dazu? 

Dr. Kerstin Friedrich: Nur wenige Spezialisierungsarten sind wirklich gefährlich – zum Beispiel wenn man sich auf die Erzeugung eines einzigen Nahrungsmittels spezialisiert und dann einer der zahlreichen Lebensmittel-Skandale daher kommt. Spezialisierungen nach der Engpasskonzentrierten Strategie verlaufen immer ganzheitlich und gehören zu den sichersten Strategien überhaupt da sie auf tiefem Know-how und auf Zielgruppenbindung basieren.

business-on: 1989 übernahm die FAZ GmbH die Rechte an der  Engpasskonzentrierten Strategie. Als leitende Redakteurin der FAZ hatten Sie die Gelegenheit, in den folgenden Jahren gemeinsam mit dem Begründer der Engpasskonzentrierten Strategie, Wolfgang Mewes an der Neufassung dieser Strategie arbeiten. Sie selbst bezeichnen dies als einen der großen Glücksfälle in Ihrem Leben. Wie sehr hat Sie dieses Meister-Schüler-Verhältnis geprägt?

Dr. Kerstin Friedrich:  Die Engpasskonzentrierte Strategie und Mewes haben mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt – oder besser gesagt: auf die Füße. Ich habe zwar ziemlich lange gebraucht um meine in der Schule und in der Ausbildung erlernten „Erfolgsrezepte“ wieder zu ent-lernen und die  Engpasskonzentrierte Strategie im Kern zu verstehen, nachdem der Groschen aber endlich gefallen war  habe ich das erlebt was viele Anwender der Engpasskonzentrierten Strategie kennen: nicht die Menge unseres Einsatzes bestimmt über unseren Erfolg, sondern der kluge Einsatz der Kräfte an den richtigen Hebeln. Wolfgang Mewes war und ist seiner Zeit mit seinen Ideen weit voraus. Gerade in Zeiten, in denen klar ist dass die Weltwirtschaft neue Paradigmen braucht und die Gewinnmaximierungs-Doktrin uns in den Untergang führt, zeigt Mewes mit der  Engpasskonzentrierten Strategie einen deutlich attraktiveren und sozialverträglichen Weg des Wirtschaftens.   

business-on: Insbesondere kleine und Einzelunternehmen haben häufig Angst davor, durch Spezialisierung Kunden und Aufträge zu verlieren. Ist diese Angst aus Ihrer Sicht begründet?

Dr. Kerstin Friedrich: Begründet ist sie nicht, aber außerordentlich verständlich. Häufig reicht unsere Phantasie nicht aus um uns vorzustellen, dass man mit einem Bruchteil seines Leistungsspektrums um ein Mehrfaches wachsen kann. Ein Beispiel ist die Firma Schwalbe, Marktführer für  Fahrradreifen. Früher handelte  das Unternehmen mit Fahrradteilen jeder Art; heute ist es europaweit der führende Spezialist für Zweirad-Reifen und eine wahre Innovationsschmiede. Das Buch „Hidden Champions des 21. Jahrhunderts“ von Hermann Simon ist voll von ähnlichen Beispielen: erst als die Unternehmen ihren Ballast abgeworfen hatten wurden sie so stark dass sie in ungeahnte Dimensionen wachsen konnten.

business-on: Wie sieht der Wechsel vom „Bauchladen“ zum hochspezialisierten Unternehmen in der Praxis aus?

Dr. Kerstin Friedrich: Schrittweise und evolutionär! Das Schöne an der  Engpasskonzentrierten Strategie ist, dass man keine Entscheidungen am grünen Tisch trifft und dann an der Realität scheitert, sondern dass man ganz natürlich zusammen mit seiner Zielgruppe in eine Spezialisierung hineinwächst. Dies geschieht ohne Risiko und mit einem Höchstmaß an Sicherheit, das mir das Feedback der Zielgruppe liefert.  Man braucht dazu aber einige Voraussetzungen: den Willen, sich zu spezialisieren, Lernfreude, Veränderungsbereitschaft und Dialogfähigkeit. Ohne dem tut man sich mit der Anwendung der Engpasskonzentrierten Strategie sehr schwer.

business-on: Am 30. September sind Sie mit Ihrem Workshop " Engpasskonzentrierte Strategie" zu Gast in Südwestfalen, genauer gesagt in Iserlohn. Was dürfen Teilnehmer dieses Workshops erwarten? Werden sie anschließend in der Lage sein, erste Schritte zur Neuausrichtung ihres Unternehmens in die Wege zu leiten?

Dr. Kerstin Friedrich: Die Engpasskonzentrierte Strategie kann man im Moment ausschließlich über ein einjähriges Fernstudium erlernen; und es ist natürlich illusorisch zu glauben, man können das  gesamte Wissen in einen Tag hinein packen. Am Ende des Tages werden die Teilnehmer ein klares Verständnis davon haben wie die Engpasskonzentrierten Strategie „funktioniert“ und wo die Ansatzpunkte im eigenen Unternehmen sind. In manchen Fällen reicht dieses Wissen schon aus, um die erforderlichen Schritte für die Neuausrichtung selbst zu gehen. In allen anderen Fällen bietet das StrategieCentrum Südwestfalen das Forum für weitere Vertiefungen.

EKS® ist eine eingetragene Marke der Malik Management Zentrum St. Gallen AG 

(Redaktion)


 


 

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