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Essener Unternehmensverband

Warnstreiks: Arbeitnehmer müssen vorbereitet sein

Auch wenn die Gewerkschaft Verdi heute und morgen wieder zum Streik aufruft, geht der Essener Unternehmensverband (EUV) nicht davon aus, dass Betriebe im Ruhrgebiet stark unter den Auswirkungen des Streiks leiden müssen. Trotzdem liegt das Wegerisiko im Falle einer Verspätung beim Arbeitnehmer.


Am Mittwoch und Donnerstag liegt das öffentliche Leben im Ruhrgebiet wieder weitgehend lahm. Der Essener Unternehmensverband (EUV) geht davon aus, dass Betriebe im Ruhrgebiet nicht stark unter den Auswirkungen des Streiks leiden müssen. „Klagen aus unseren Mitgliedsfirmen wegen verspäteter Mitarbeiter oder Zulieferproblemen sind uns in der letzten Woche nicht zu Ohren gekommen“, so Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des EUV. „Die Streiks waren lange genug im Voraus angekündigt. Die betroffenen Arbeitnehmer und Firmen haben sich gut darauf eingestellt“, so Kanders. Allerdings hat die Gewerkschaft Verdi diesmal doppelt so viele Kommunalbedienstete zum Streik aufgefordert wie in der vergangenen Woche – und gestreikt wird an zwei Tagen. „Regional- und S-Bahnen sind vom Streik allerdings nicht betroffen, das federt die Auswirkungen für Pendler etwas ab“, so Kanders.

Arbeitsrecht: Wegerisiko liegt beim Arbeitnehmer

Arbeitnehmer haben bei einem Streik keinen Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit. Auch Verspätungen sind durch den Streik nicht automatisch entschuldigt. „Das sogenannte ‚Wegerisiko‘ liegt beim Arbeitnehmer“, erklärt Ulrich Kanders. „Auch bei Streiks im Nahverkehr sind Arbeitnehmer verpflichtet, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen“, so Kanders. „Der Arbeitgeber kann erwarten, dass seine Mitarbeiter sich auf solche Situationen vorbereiten. Wer normalerweise mit Bus und Bahn fährt, muss auf das Auto umsteigen, Fahrgemeinschaften bilden oder entsprechend früher losfahren.“

Dennoch haben die meisten Arbeitgeber wohl Verständnis, wenn ein Mitarbeiter sich aufgrund des Streiks etwas verspätet. „Rechtlich gesehen ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, die ausgefallene Zeit zu vergüten. In der Praxis wird dies jedoch in der Regel über flexible Arbeitszeiten oder Überstundenkonten geregelt“, so Ulrich Kanders. Auch eine Abmahnung müssen diejenigen, die vom Streik betroffen sind und deshalb zu spät kommen, wohl nicht sofort fürchten: „Mitarbeiter müssen den Arbeitgeber aber über die Verspätung informieren, das ist heutzutage jedem zumutbar. Bei einer einmaligen Verspätung aufgrund eines Streiks wird sicher keine Abmahnung erteilt“, so Ulrich Kanders.

Streik in Kitas: Eltern müssen sich vorbereiten

Auch Arbeitnehmer, die ihre Kinder aufgrund des Streiks nicht in die Kita bringen können, dürfen nicht einfach unentschuldigt fehlen. Auch hier gilt: Die Streiks wurden soweit im Vorfeld angekündigt, dass Eltern sich darauf vorbereiten können. „Sie müssen beispielsweise längere Fahrzeiten zu Notgruppen in anderen Einrichtungen einplanen, privat für die Kinderbetreuung sorgen oder sich einen Tag Urlaub nehmen“, so Ulrich Kanders. „Aber auch hier zeigt die Erfahrung aus der arbeitsrechtlichen Praxis des Verbandes, dass Unternehmen flexibel auf diese besonderen Situationen eingehen und Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeitszeit flexibler zu gestalten, ausgefallenen Zeiten nachzuarbeiten oder kurzfristig Urlaub zu nehmen“, so Kanders.

(Redaktion)


 


 

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