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Feierlaune

Weihnachtsstimmung im Büro: Der Chef muss mitfeiern…

Die Saison der Firmen-Weihnachtsfeiern hat begonnen. Während 2009 viele Unternehmen das Jahr krisenbedingt eher im kleinen Rahmen ausklingen ließen, zeigen sich die Chefs 2010 wieder in Feierlaune.

„Weihnachtsfeiern haben wieder Konjunktur. Das zeigen uns die zunehmenden Anfragen aus Mitgliedsfirmen“, berichtet Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbandes (EUV) und Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Die Gründe dafür sieht Ulrich Kanders darin, dass die Unternehmen nach der schwierigen Krisenzeit ihren Mitarbeitern etwas zurückgeben wollen: „Die Firmen möchten sich bei den Arbeitnehmern bedanken, die in schwierigen Zeiten oft auch Verzicht geübt haben.“

Die Mitarbeiterbindung sei dabei ein wichtiges Thema: „Die Wirtschaft weiß, dass sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen wird.“ Um für den sich jetzt abzeichnenden Aufschwung gerüstet zu sein, sei die Bindung qualifizierter Kräfte an das Unternehmen und die Mitarbeitermotivation besonders wichtig: „Zu einem angenehmen Betriebsklima gehört es ja auch, mal mit der ganzen Mannschaft ungezwungen ein Bier – oder einen Glühwein – zu trinken“, so Ulrich Kanders. Bei den Anfragen an den Verband geht es natürlich nicht um die typischen Weihnachtsfeier-Themen wie Gerüchteküche, Fettnäpfchen und peinliche Alkohol-Aussetzer, sondern aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt es für die Organisatoren im Vorfeld einiges zu beachten: Müssen Mitarbeiter teilnehmen? Wie sind Mitarbeiter während der Feier und auf dem Hin- und Rückweg versichert? Wer beendet die Feier? Und was ist, wenn einige länger machen wollen, als der Chef?

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung zur Teilnahme an Betriebs- oder Weihnachtsfeiern und auch im Arbeitsvertrag ist dies nur in den seltensten Fällen geregelt. Feiermuffel müssen sich aber eine gute Ausrede einfallen lassen, vor allem, wenn die Weihnachtsfeier während der normalen Arbeitszeit stattfindet: „Wer nicht teilnehmen möchte, muss dann ganz regulär weiterarbeiten“, so Ulrich Kanders. Findet die Feier, wie es meistens der Fall ist, außerhalb der Arbeitszeit statt, gibt es einen wichtigen Grundsatz: Niemand darf ausgeschlossen werden. „Allen Mitarbeitern muss die Teilnahme offen stehen und ermöglicht werden. Das heißt auch, dass keine Aktivitäten geplant werden sollten, an denen einige Kollegen z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen können, oder nicht teilnehmen wollen, wie bei bestimmten Sportveranstaltungen“, weiß Ulrich Kanders. Zur Teilnahme verpflichtet ist aber niemand, „in der Regel möchten aber die meisten Arbeitnehmer mit Ihren Kollegen feiern, dies fördert das Betriebsklima und bietet die Gelegenheit, sich einmal außerhalb des Arbeitsplatzes mit den Kollegen zu unterhalten.“

Was die Unfallversicherung betrifft, wird die Weihnachtsfeier wie eine normale, versicherte Tätigkeit im Betrieb behandelt. Dafür ist Voraussetzung, dass die Geschäftsleitung zu der Feier einlädt und diese genehmigt. Eine Mehrheit der Mitarbeiter muss anwesend sein. Es ist außerdem erforderlich, dass die Unternehmensleitung die Veranstaltung selbst durchführt bzw. fördert. Der Chef selbst sollte daher dabei sein oder sich durch einen Beauftragten vertreten lassen. Der Versicherungsschutz besteht bis zum Ende der Veranstaltung und auch auf dem Heimweg. „Ende der Veranstaltung heißt: Ein Verantwortlicher erklärt die Feierlichkeit offiziell für beendet. Wer möchte, kann natürlich weiterfeiern. Dann wird die Weihnachtsfeier aber zum Privatvergnügen und der betriebliche Versicherungsschutz, zum Beispiel bei einem Unfall, greift nicht mehr“, so Ulrich Kanders.

Der Arbeitgeber, der die Weihnachtsfeier organisiert, hat seinen Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht, auch – oder gerade – wenn diese zu tief ins Glas geschaut haben. Denn wenn ein offensichtlich stark alkoholisierter Mitarbeiter nach der Feier noch ins Auto steigen will, muss der Arbeitgeber für den sicheren Heimweg Sorge tragen und z.B. ein Taxi rufen. Die daraus entstehenden Kosten hat allerdings der Verursacher zu tragen. „Wegeunfälle sind von der Versicherung abgedeckt“, so Ulrich Kanders, „kein Versicherungsschutz besteht natürlich bei einem Wegeunfall, der durch Alkohol- oder Drogeneinfluss verursacht wurde.“

(Redaktion)


 


 

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