Finanzen
Soziale Kredit-Netzwerke – auf dem Weg zum Massenmarkt?
Hamburg. Auf Plattformen wie smava.de und auxmoney.com verleihen und leihen sich Privatpersonen Geld – zu Konditionen, die sie selbst untereinander aushandeln. Die klassische Bank als Vermittler des Geldgeschäfts sucht man auf diesen Seiten vergebens.
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„Wir nehmen die Bank aus der Wertschöpfungskette heraus“, sagt Alexander Artopé, Gründer von smava.de, im Interview mit Service Insiders. „Die Banken leihen sich das Geld günstig von der Europäischen Zentralbank und verleihen es teuer weiter. Diese Zinsmarge wird bei uns zwischen Anleger und Kreditnehmer aufgeteilt – das ist unser Marktplatzprinzip“, so Artopé.
Die Rendite sei bis zu 1,5 Prozent höher als bei der Bank und bei den Kreditkonditionen gehöre man zu den günstigsten Anbietern. Ein Kreditvolumen von 40 Millionen Euro hat die Plattform nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung 2007 vermittelt, 5000 Kreditnehmer stehen rund 12000 Anlegern gegenüber. „Unser Ziel ist der Massenmarkt. Dafür müssen wir uns eine gewisse Reputation aufbauen, denn im Finanzwesen ist Vertrauen entscheidend“, sagt Artopé und verweist auf mehrfach positive Bewertungen der Stiftung Finanztest. Die Anleger können entweder persönlich aussuchen, wem sie Geld leihen, oder über automatisierte „Biet-Assistenten“ mit festgelegten Filterkriterien wie Bonitätsklasse und Mindestrendite investieren. Etwa die Hälfte der Anleger auf smava.de nutzen solch einen Biet-Assistenten. Das Risiko eines Totalverlustes wird durch eine Art Versicherungskonstruktion abgefedert – anders als etwa bei vergleichbaren Anbietern aus den USA.
Gestärkt werden „Social Banker“ wie Artopé vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). So hat eine Studie ergeben, dass Unternehmerinnen auf Kredit-Plattformen gleiche oder sogar bessere Konditionen bekommen, bei klassischen Banken dagegen einen höheren Zins zahlen oder mehr Sicherheiten vorweisen müssen. „Frauen geben sich auf den Plattformen unter anderem mehr Mühe, ihre Kreditprojekte zu beschreiben“, so DIW-Forscherin Nataliya Barasinska im Interview.
(SERVICE-Insiders.de)
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