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Betrug, Spionage, Korruption

Firmen befürchten mehr Wirtschaftskriminalität

Deutsche Großunternehmen sind in immer stärkerem Maße von Wirtschaftskriminalität betroffen, sparen aber bei den Ausgaben für ihre Sicherheit. Das geht aus einer Studie hervor, die heute von der Wirtschaftsberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorgestellt wurde.

Die Studie beruht auf einer Umfrage von TNS Emnid, derzufolge Betrug, Spionage, Korruption und andere Straftaten in den vergangenen zwei Jahren über 60 Prozent der deutschen Großunternehmen getroffen haben. Gleichzeitig seien die direkten finanziellen Schäden durch Wirtschaftskriminalität drastisch gestiegen. Im Durchschnitt habe jedes aufgedeckte Delikt einen Schaden von knapp 4,3 Millionen Euro verursacht, während der Vergleichswert im Zeitraum von 2005 bis 2007 bei knapp 1,6 Millionen Euro gelegen habe. «Die direkten Kriminalitätskosten sind aber oft nur die Spitze des Eisbergs. Vor allem bei Korruption, Datendiebstahl oder auch Preisabsprachen wiegt der Schaden für den Ruf des betroffenen Unternehmens mittlerweile schwerer als der messbare finanzielle Verlust», betonte PwC-Experte Steffen Salvenmoser.

Für die kommenden Jahre erwarten die Unternehmen auch angesichts der Wirtschaftskrise einen weiteren Anstieg der Wirtschaftskriminalität. Laut Umfrage rechnen gut 40 Prozent der Befragten in ihrer Branche verstärkt mit Wettbewerbsdelikten wie Industriespionage oder Kartellabsprachen, knapp jedes dritte Unternehmen prognostiziert mehr Straftaten aufgrund von Arbeitsplatzsorgen der Beschäftigten. «Vor diesem Hintergrund überrascht, dass die befragten Unternehmen ihre Investitionen in Präventions- und Kontrollmaßnahmen kaum erhöhen wollen. Jedes fünfte will das Budget in den kommenden zwei Jahren sogar kürzen", sagte Claudia Nestler von PwC.

(Redaktion)


 


 

PwC-Experte Steffen Salvenmoser
Wirtschaftsberatungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC)

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