business-on Experten-Interview
Über die Zukunftschancen im Franchising
Düsseldorf. Franchising ist im Trend, das belegen aktuelle Studien. Da sich Franchise-Nehmer erfolgreicher als andere Gründer im Markt behaupten, unterstützen auch die Banken derartige Vorhaben schneller und leichter. Was Franchise-Nehmer bei der Auswahl eines Anbieters beachten sollten, erklärt Rainer Scharf, Agenturleiter bei SWISS BREAK, einem System-Gastronomie-Anbieter.
Frage: Herr Scharf, eine aktuelle Studie der Universität Mainz ergab, dass sich Franchising immer stärker zu einer Jobmaschine entwickeln wird. Wie erklären Sie sich dieses Untersuchungsergebnis?
Rainer Scharf: Der Hauptgrund für diese Prognose resultiert daher, dass Franchisepartner von hoch modernen, innovativen Dienstleistungs- und Vertriebssystemen profitieren, für deren Umsetzung sie qualifizierte Mitarbeiter benötigen. Daher gilt Franchising zu recht als Wachstumsmotor der Zukunft.
Frage: Dennoch sollte ein potenzieller Franchise-Nehmer sich sehr genau überlegen, für welches Franchise-Konzept er sich entscheidet, oder?
Rainer Scharf: Vorab: Statistiken belegen, dass Franchise-Nehmer seltener scheitern als normale Jungunternehmer. Es ist schließlich von entscheidender Bedeutung, ob man mit einem markterprobten Unternehmenskonzept, Markenbekanntheit inklusive Schutzrechten, Marketing- und PR-Dienstleistungen sowie betriebswirtschaftlichem Support beginnt oder als Newcomer alles alleine aufbauen muss. Franchise-Nehmer profitieren somit ganz erheblich von einem starken Partner und dessen Know-how, so dass die Umsetzung leichter fällt. Franchise-Nehmer zu werden, empfiehlt sich somit nicht nur Investoren, sondern auch Existenzgründern, die den sichereren Weg wählen möchten.
Vorsicht vor den Fallstricken
Frage: Trotzdem lauern auch auf Franchise-Nehmer Fallstricke. Welche zum Beispiel?
Rainer Scharf: Wichtig ist, dass der Franchise-Nehmer vor Vertragsabschluss alle Zahlen, das Know-how des Anbieters und den Vertrag sorgfältig prüfen kann, am besten mit Experten, die sich im Franchisebereich auskennen. Doch nicht nur der Gründer sollte das System gründlich prüfen, auch der Franchisegeber sollte Wert darauf legen, die richtigen Partner auszuwählen. Tut er dies nicht, sollte man auf eine Zusammenarbeit verzichten. Je sorgfältiger die vorvertragliche wechselseitige Prüfung erfolgt, desto besser. Schließlich geht es um eine langfristige Kooperation und meist erhebliche Investitionen.
Frage: Was sollte der Franchise-Nehmer beim Anbieter prüfen?
Rainer Scharf: Zu den Dingen, die ein Franchise-Nehmer ermitteln sollte, gehört zum Beispiel, wie der Anbieter die neuen Standorte festlegt und überprüft, wie hoch dort die langfristige Nachfrage ist. Auch die Service-Leistungen des Anbieters in den Bereichen Einkauf, Marketing, Support etc. sollte en Detail definiert sein. Noch grundsätzlicher ist die Beantwortung der Frage, ob zu erwarten ist, dass die Geschäftsidee den Mitbewerbern am Markt überlegen ist? Natürlich sind auch die anfallenden Gebühren, Umsatzbeteiligungen, Investitionssummen und Einkaufspreise dahingehend zu prüfen, ob sie den marktüblichen Bedingungen entsprechen.
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