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Free - Kostenlos (Chris Anderson)

Chris Anderson liebt es, zu provozieren und die eingespielten wirtschaftilchen Abläufe unserer Welt in Frage zu stellen. In seinem neuen Buch "Free" setzt er sich mit der aktuellen Kostenlos-Kultur und Geschäftsmodellen für die Herausforderungen des Internets auseinander.

Anders als noch in seinem Vorgängerwerk "Long Tail - Nischenprodukte statt Massenmarkt" muss der Chefredakteur des US-Technikmagazins "Wired" diesmal ein wenig weiter ausholen, um seine Haupthese, dass alle Grenzkosten in einem hart umkämpften Markt irgendwann gegen Null streben, zu verteidigen. So sucht Anderson beispielsweise Argumente in der Vergangenheit und stößt dabei auf King Gillette, Erfindes der gleichnamigen Rasierers und einer der amerikanischen Ur-Väter des Kapitalismus. Gillette - der anfangs seine Rasierer nahezu kostenlos an Versicherungen und Banken verteilte, um überhaupt wahrgenommen zu werden - schaffte den Durchbruch erst, als er die Wegwerfklinge erfand. Durch seine Gratis-Rasierer hatte er sich so bereits vorher einen genügend großen Kundenstamm geschaffen.

BUCHEMPFEHLUNG:

Ähnlich, so Anderson, funktioniere heutzutage die Produktpiraterie. Erst sie sorge dafür, dass unbekannte Künstler durch die vielen kostenlosen und illegalen Raubkopien einem größeren Publikum überhaupt bekannt würden. Die Musikacts hätten dann, so der Autor, die Möglichkeit über Zusatzdienste wie Konzerte oder Modelinien ihr durch Verkäufe entgangenes Salär wieder aufzuholen und - in Augen Andersons noch viel wichtiger - zu vervielfachen. Den Beispielen mag man folgen oder nicht, sie sind aber allesam interessant und einer näheren Betrachtung wert.

Anderson schafft es in "Free" leider nicht, mit ähnlichem Verve wie bei seinem Buch über Long Tail zu schreiben. Zu mühsam ist die kleinteilige, manchmal fast schon akademisch-wissenschaftliche  Argumentation, um auch noch den letzten Zweifler unter den Lesern zu überzeugen. Wer keine Zeit hat, dass gesamte Buch zu lesen, kann sich getrost auf die letzten 50 Seiten beschränken, wo Anderson unter anderem populäre Einwände gegen die neue Kostenlos-Kultur verhandelt und 50 Geschäftsideen rund um "Free" präsentiert.

(Redaktion)


 


 

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