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IKU GmbH

Konsens statt Kleinkrieg

Proteste gegen Industrieanlagen, Bürgerinitiativen gegen neue Verkehrswege, Demos gegen Mobilfunkmasten – wenn im Ruhrgebiet ein neues Industrieprojekt geplant wird, werden garantiert Gegenstimmen laut. Die professionellen Konfliktberater der IKU GmbH greifen im Streitfall vermittelnd ein.

Streitschlichter haben in Nordrhein-Westfalen genug zu tun. Dort, wo vor allem in den Ballungsgebieten auf engstem Raum über 17.000 Industrieunternehmen ansässig sind, kommt es besonders häufig zum Unmut der Anwohner. Allein im Raum Dortmund zählten Beobachter im Frühjahr 2009 fast 15 Beispiele für Bürgerproteste gegen Unternehmenserweiterungen, gewerbliche Neubauten bzw. Neuansiedlungen sowie für mehr Lärmschutz an Straßen, Bahntrassen und im Flughafenbereich.

Wege aus Krisensituationen finden

Um bei drohenden Eskalationen Konfliktlösungen außerhalb rechtlicher Verfahren aufzuzeigen, ist Dr. Frank Claus, Gründer und Geschäftsführer des IKU-Instituts in Dortmund, vor 18 Jahren angetreten. Der promovierte Chemiker und Kommunikationsexperte will Wege aus Krisensituationen finden und durch Beratung im Vorfeld verhindern, dass sich eine Situation unnötigerweise zuspitzt. Sein 15-köpfiges Team aus Stadt- und Raumplanern, Biologen, Psychologen, Historikern, Germanisten und Volkswirten unterstützt ihn dabei. Rechtsanwälte, die einen Vergleich aushandeln, sind die Kommunikationsexperten aber nicht. Vielmehr will IKU dazu beitragen, dass kontroverse Themen nicht dauerhaft eskalieren. Oft greift das Unternehmen auch schlichtend ein, wenn sich die Auseinandersetzung um einen Streitfall festgefahren hat.

Transparenz ist dabei wesentliches Stichwort. Dr. Claus: „Wenn wir einen Auftrag für eine Konfliktlösung erhalten haben, sprechen wir zunächst vertraulich mit allen an dem Konflikt beteiligten Personen, um herauszufinden, ob ein Dialog Sinn macht und welche Ziele sie in der Auseinandersetzung realisieren wollen.“ Gesprächs- und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Bei diesen Kontakten wird von IKU-Seite offen dargelegt, welchen konkreten Auftrag das Institut im Rahmen des bestehenden Streitfalls hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass man sich im Verlauf des Konfliktlösungsprozesses nicht auf die Seite des Auftraggebers stellen wird. Denn Überparteilichkeit ist ein wesentliches Merkmal der Arbeit der Vermittler. Das Ergebnis dieses Austauschs wird dann als anonymisierter Bericht allen Gesprächspartnern zur Verfügung gestellt. Der Vorteil dieses Vorgehens: Jenseits des Sachstandpunkts werden die jeweiligen Interessen aller Beteiligten, aber auch die Dialogbereitschaft des Unternehmens deutlich.

„Wer die andere Seite lediglich von seinen Argumenten überzeugen will, ist zum Scheitern verurteilt“, weiß Dr. Claus aus Erfahrung. Denn das Wesentliche an einem Dialog ist ja, dass man dem anderen zuhört. Darüber hinaus trägt das Kommunikations-Know-how der Dortmunder dazu bei, den Austausch zu organisieren und schließlich eine effiziente, ergebnisorientierte Gesprächsebene zu finden, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Konfliktkosten vermeiden

Dabei ist es dem IKU-Geschäftsführer Marcus Bloser wichtig, dass der dialogorientierte Weg, wie ihn sein Beratungsunternehmen umsetzt, nicht nur moralisch erstrebenswert ist. Vielmehr bringt es außerdem die bezifferbaren so genannten Konfliktkosten mit sich, wenn ein Streitfall „auf die harte Tour“ durchgezogen wird. „Da geht es um den Aufwand für Bau, Planung, Bürgerinformation“, zählt er auf. Hinzu kommen Gerichts- und Anwaltskosten, wenn es zu einer Klage kommt, sowie die Ausgaben, die eine Verzögerung des Vorhabens mit sich bringt. „Wenn man das im individuellen Fall addiert, ist ein Verständigungsprozess oftmals günstiger.“ Hinzu kommt der Zeitfaktor, da die Konfliktlösung außerhalb rechtlicher Verfahren oftmals schneller gelingt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind das Image sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter, die bei einem Unternehmen arbeiten, dem eine gute Nachbarschaft wichtig ist.

Ein produktives Miteinander erhoffen sich Dr. Frank Claus und sein Team auch von der neu geschaffenen NRW-Allianz pro Industrie und Nachhaltigkeit [http://www.allianz-pro-industrie.nrw.de]. Sie wurde 2009 gemeinsam von der Landesregierung, Unternehmen, Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden, Industrie- und Handelskammern sowie Gewerkschaften gegründet und möchte einen neuen Konsens für die Industrie zwischen Rhein und Weser herstellen. Für Dr. Claus wäre es „ein reizvolles Experiment“, auf lokaler Ebene Bürgerinitiativen „Pro industrieller Infrastruktur“ zu schaffen. „Wenn sich Unternehmen, Gewerkschaften, kommunale Politik sowie die Verwaltung vor Ort zusammenschließen, um ein konkretes Problem zu lösen, wäre das ein Weg zu einer neuen Streitkultur“, zeigt sich der professionelle Coach begeistert.


(Redaktion)


 


 

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