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Wirtschaftsförderung metropoleruhr

Hanns-Ludwig Brauser: „Es muss für die Unternehmen etwas Konkretes dabei herumkommen“

Hanns-Ludwig Brauser, Jahrgang 1947, ist seit 2007 Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) mit Sitz in Mülheim. Im Interview mit ruhr.business-on.de erläutert er die Ziele und Arbeitsweise der Gesellschaft des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

ruhr.business-on.de: Kümmern Sie sich nur darum, Unternehmen von außerhalb ins Ruhrgebiet zu „locken“ oder haben auch die bereits ansässigen Firmen etwas von der wmr?

Hanns-Ludwig Brauser: Neue Unternehmen in der Metropole Ruhr anzusiedeln, ist sicher eine unserer wichtigsten Aufgaben. Aber wir sind auch Plattform für die Unternehmen aus der Region, damit sie beispielsweise im Ausland besser Geschäfte machen können. Wir arbeiten an Netzwerken in den Kompetenzfeldern Energie, Logistik, Chemie und Gesundheitswirtschaft.

Die Querschnittstechnologien Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie, neue Werkstoffe sowie Informations- und Kommunikationstechnologie bilden einen weiteren, wesentlichen Bereich. Hier gibt es erhebliche Potenziele in den 53 Kommunen der Metropole Ruhr. Und darüber wollen wir nicht nur labern, sondern sehr praktisch was tun. Zum Beispiel durch eine stärkere Vernetzung über gemeinsame Internet- und Messeauftritte, Broschüren und Fachtagungen. Entscheidend ist: Es muss für die Unternehmen was Konkretes dabei herumkommen.

ruhr.business-on.de: Wie sieht die Arbeitsteilung mit den regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften in den einzelnen Städten des Ruhrgebiets aus?

Brauser: Jede Stadt hat ihre Wirtschaftsförderung. Aber es gibt eine Reihe von Themen, wie etwa die Verkehrsinfrastruktur, die über die einzelne Kommune hinausgehen. Wir haben eine Arbeitsteilung verabredet und die klappt wirklich hervorragend. Kommt beispielsweise ein Investor und sucht ein Grundstück mit Gleisanschluss, machen wir die Erstberatung und stellen passende Angebote vor. Entscheidet er sich für eines, übergeben wir den Kontakt an die jeweilige Kommune. Dort findet dann die Detailberatung statt. Zusammen sind wir richtig gut und können uns nach außen als eine Region darstellen.

"Eine Stadt, die hier nicht mit am gemeinsamen Strang zieht, wird außen einfach nicht wahrgenommen."

ruhr.business-on.de: Also Friede, Freude, Eierkuchen?

Brauser: Nicht unbedingt. Natürlich kommt es auch zu Konflikten. Aber es gibt keine Alternative. Eine Stadt, die hier nicht mit am gemeinsamen Strang zieht, wird außen einfach nicht wahrgenommen. Essen oder Dortmund kennt man vielleicht in Deutschland, aber schon im europäischen Ausland sind diese Städte unbekannt. Geschweige denn im Rest der Welt. Wir haben ja nun mal einmal hier im Ruhrgebiet eine sehr dezentrale Struktur und eigene Interessen der einzelnen Kommune sind da auch durchaus vernünftig.

Aber wenn sich heute in einer Stadt in der Metropole Ruhr ein Unternehmen ansiedelt, haben die Nachbarn ebenfalls etwas davon. Zum Beispiel durch neue Arbeitsplätze. Hier hat sich in den letzten zehn Jahren das Bewusstsein deutlich verändert. Immerhin zehn Städte haben beispielsweise einen Gewerbesteuerausgleich verabredet. Heute ist eigentlich überall klar, dass wir unsere Potenziale zusammenwerfen müssen.


 


 

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