Sie sind hier: Startseite Ruhr Aktuell Metropole Ruhr
Weitere Artikel
  • 26.04.2019, 13:07 Uhr
  • |
  • Ruhr
Immobilienmarkt Ruhrgebiet

Gespaltene Verhältnisse in NRW steigern Interesse an Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist nicht nur das größte geschlossene Siedlungsgebiet der Bundesrepublik. Es gehört außerdem zu den größten Ballungsräumen Europas und profitiert von der zentralen Lage im europäischen Wirtschaftsraum. Die Attraktivität der Region lockt eine zunehmende Zahl Immobilien-Investoren an. In einigen Städten geht damit ein enormer Preisanstieg einher. Auch Mieter müssen vielerorts deutlich mehr für Büros, Logistikflächen und Privatwohnungen bezahlen. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Günstige Mieten und Kaufpreise im Ruhrgebiet

Der Immobilienmarkt in NRW ist gespalten. Während in Städten wie Köln, Bonn, Bielefeld oder Düsseldorf immense Preisanstiege bei Immobilien und Mieten zu verzeichnen sind, scheint die Entwicklung in einigen Regionen des Ruhrgebiets regelrecht vorbeizuziehen. Wie aus der Pressemitteilung zum Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft 2019 des Zentralen Immobilien-Ausschusses, kurz ZIA, hervorgeht, liegen die Mieten beispielsweise in Duisburg, Oberhausen und Essen heute unter dem Niveau 2005. Real, versteht sich, also die Inflationsrate einbezogen. Dort und auch in Duisburg, waren im vergangenen Jahr auch die Immobilienkaufpreise real geringer. In einigen Städten wie Gelsenkirchen und Oberhausen sind die Preise unter anderem deshalb gesunken, weil sie Einwohner eingebüßt haben.

Die Gründe für die Abwanderung sind vielfältig. In Duisburg, einst eine der wichtigsten Stahlmetropolen in Europa, haben unter anderem industrielle Veränderungen dazu beigetragen. „Die Montanindustrie ist weitgehend abgewandert und mit ihr viele Arbeitsplätze“, bringt es die deutschlandweit agierende Hausverwaltung Grand City Property auf den Punkt, in dessen Portfolio auch günstige Wohnungen in Duisburg zu finden sind. Die Stadt hätte aber mit kreativen städtebaulichen Lösungen auf den Strukturwandel reagiert. Stillgelegte Objekte avancierten dank Investoren und Stadtplanern zu kulturellen und gastronomischen Angeboten. Mieter können sich die Entwicklung hierzulande zunutze machen und von preiswertem Wohnraum in lebenswerter Umgebung profitieren. Der genannten Hausverwaltung zufolge, kostet „der Quadratmeter in einer 60-m2-Wohnung im Schnitt 5,69 Euro, während der Durchschnittspreis im übrigen Bundesland 6,85 Euro beträgt.“ Hinsichtlich erschwinglicher Immobilien hat laut Gutachten des ZIA derzeit Gelsenkirchen die Nase vorn. Unter den Großstädten sei die kreisfreie Stadt mit unter 1.000 Euro pro Quadratmeter in der gesamten Bundesrepublik am günstigsten. „Im Mittel der Großstädte (ungewichtet) wurden 2.400 Euro/m² gefordert“, erklärt der Rat der Immobilienweisen, der das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft 2019 im Auftrag des ZIA erstellt hat.

Preisexplosion in Rhein-Metropolen

Völlig anders zeigt sich die Situation in Rheinmetropolen wie Düsseldorf oder Köln. Die Kaufpreise für Büroimmobilien im Jahr 2018 überboten die Rekordwerte der vorhergehenden Jahre zum Beispiel deutlich. In Köln kam es zu einer Preissteigerung von knapp elf Prozent auf 6,93 Euro pro Quadratmeter, in Düsseldorf mussten Käufer mit 8,37 Euro pro Quadratmeter sogar über 18 Prozent mehr bezahlen. Die Mietpreise für Büroimmobilien legten 2018 ebenfalls zu und damit im achten Jahr in Folge. Auch der Kauf von Eigentumswohnungen wurde deutlich teurer. Köln legte dahingehend gegenüber 2017 um 10,7 Prozent zu, Düsseldorf um 9,6 Prozent.

Qualitativ hochwertige Baugebiete gefordert

Um neue Einwohner in das Ruhrgebiet zu locken, will der Regionalverband Ruhr (RVR) künftig auf hochwertige Flächen für bezahlbaren Wohnraum setzen. Der neue Regionalplan legt fest, wo in den kommenden 20 Jahren gebaut werden soll. Laut Experteneinschätzungen, die aus dem Dokument hervorgehen, könnten auf 3.500 Hektar 115.000 neue Wohnungen bereitgestellt werden. „[...] rein rechnerisch wäre das Platz für über 300.000 neue Revierbürger“, fasst die Westfälische Rundschau (WR) zusammen, die in einem Artikel Anfang März die Fakten des Regionalplans thematisiert hat.

Dass Qualität den Unterschied macht, lässt sich am Vorzeigeprojekt des Ruhr Strukturwandels Phoenix See in Dortmund nachvollziehen. Trotz stattlicher Preise sind bereits etwa zwei Drittel der 2.000 Wohneinheiten bezogen. „Die Filetstücke in der ersten Reihe des Nordufers waren in sechs Monaten vergriffen“, so die WR. Die modernen Wohnungen am künstlich angelegten Phoenix See im Stadtteil Hörde zogen mehrere Tausend Menschen in die Gegend. Auch Stars des BVB haben sich dort niedergelassen. Mehrere Erweiterungen des Stadtentwicklungsprojektes, darunter die zusätzliche Bereitstellung von 20.000 Quadratmeter Bürofläche, wurden notwendig, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Das Projekt verdeutlicht das Potenzial des Ruhrgebiets, unterstreicht jedoch auch, dass es qualitative Lösungen braucht, um zahlungskräftige Interessenten zu überzeugen.

Das offizielle Video zum Regionalplan Ruhr, das im Februar 2019 vom Regionalverband veröffentlicht wurde, fasst wesentliche Hintergrundinformationen zusammen:

(Redaktion)


 


 

Köln
Quadratmeter
Büroimmobilien
Duisburg
Regionalplan
Ruhrgebiet
Städten
ZIA
Preisanstieg

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Köln" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: